KRITIK: Ready Player One

Regielegende Steven Spielberg ist noch lange nicht arbeitsmüde und bringt nach Die Verlegerin einen weiteren Film im Jahr 2018 in die Kinos. Dieses Mal ein Science-Fiction-Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Cline basiert. Über eine Welt, die arm an Ressourcen ist und wo die Menschen in die virtuelle Welt OASIS flüchten. Ob dieses Werk sehenswert geworden ist, erfährt ihr in dieser Kritik zu Ready Player One.

Originaltitel: Ready Player One

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Ernest Cline und Zak Penn

Produktion: u. a. Steven Spielberg, Dan Farah, Kristie Macosko Krieger und Jennifer Meislohn

Kamera: Janusz Kaminski

Musik: Alan Silvestri

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HANDLUNG

Im Jahre 2045 ist die Welt ziemlich heruntergekommen und es herrscht Ressourcenmangel. Die Menschen flüchten daher in eine virtuelle, grenzenlose Gameing-Welt namens OASIS. Auch der Teenager Wade Watts (Tye Sherdian) aus Columbus, Ohio verbringt sehr viel Zeit mit seinem Avatar Parzival. Als eines Tages der Erfinder James Donovan Halliday (Mark Rylance) stirbt, verriet er in einer Videobotschaft, dass er ein Easter Egg in der großen Spielewelt versteckt hat. Der Gewinner ist nicht nur Milliardär, sondern bekommt auch die völlige Kontrolle über die OASIS. Wade und seine Freunde Artemis (Olivia Cooke) und Aech (Letitia Waithe) stürzen sich in das Abenteuer. Ein gefährliches Abenteuer, denn der skrupellose Konzernchef Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) will mit aller Macht die Kontrolle über die OASIS erlangen.

DREHBUCH UND STORY

Steven Spielberg (Die Verlegerin) hat in seiner Karriere schon viele großartige und legendäre Filme gemacht. Sei es Jurassic Park oder E. T., die Liste ist schier grenzenlos. Mit Ready Player One begibt er sich wieder auf Science-Fiction-Gebiet und inszenierte den Roman des Autors Ernest Cline, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Herausgekommen ist ein Blockbuster, der seinen Namen verdient und der vor allem nicht mit Hommagen geizt.

Zunächst erfahren die Zuschauer etwas über die dystopische Welt und das Leben von Wade Watts. Doch schon bald schmeißt der Regisseur den Kinobesucher in die virtuelle Welt hinein und man ist sofort drinnen im Geschehen. Von Start weg geht der Film ein enormes Tempo, Action-Sequenz folgt auf Action-Sequenz und er bietet viele unterhaltsame und spektakuläre Szenen. Das zieht sich bis zum Ende durch, obwohl es immer wieder ruhige Momente gibt.

Was den Film besonders auszeichnet sind die unzähligen Referenzen, Hommagen und Easter-Eggs aus Film, Gameing und den 19080er-Jahren. Wie bei einem Wimmelbild Spiel versucht man alle diese Hommagen zu entdecken. Egal ob der Dolorean, King Kong oder ein nachgebautes Set eines bekannten Filmes – als Zuschauer kommst du aus dem Staunen kaum heraus, man klebt richtig mit seinen Blicken auf der Leinwand. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, das sollte jeder für sich selber entdecken.

Die vielen Easter-Eggs sind das Eine, die Story das Andere. Durch die vielen Referenzen kommt die Story ein wenig zu kurz. Vor allem in der realen, dystopischen Welt ergeben sich kaum spannende Momente. Ein kleiner Kritikpunkt, denn ich hätte gerne mehr von dieser Welt erfahren und vor allem wie sie zustande gekommen ist. Darüber hinaus kann man den Filmemachern ankreiden, dass sie einen austauschbaren Bösewicht in die Story integriert haben.

Für mich aber Kleinigkeiten, die den Sehspaß kaum trüben. In Summe wurde ich durch die Bank unterhalten, der Humor war auch großartig und die Darsteller kamen auch sehr sympathisch rüber. Wer Gamer und Nerd ist und noch dazu Filmfan, der wird auf jeden Fall auf seine Rechnung kommen.

DER CAST

Tye Sheridan (X-Men: Apocalypse) als Wade Watts/Parzival

Wade wohnt nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante und da es ihm dort weniger gefällt, flüchtet er so wie viele andere auch in die virtuelle Welt. Dort hat er viele Freunde und seinen Spaß. Als bekannt wird, dass der Erfinder ein Easter-Egg in der Welt versteckt hat, macht er sich auf dem Weg dieses Ei zu suchen. Eine ordentliche Performance.

Mark Rylance (Bridge of Spies) als James Donovan Halliday

Mark Rylance in einer ungewohnten Rolle als Nerd und Erfinder der OASIS. Es macht sehr viel Spaß ihn auf der Leinwand zu sehen, er hat ein sehr gutes Gespür wie er seine Figuren spielt. Zudem ist der Charakter des Halliday der tiefgründigste im gesamten Cast. Hätte gern mehr von ihm gesehen.

Weitere Charaktere

Bei einem Film, der zu einem großen Teil in einer virtuellen Welt spielt, ist es schwer jede Figur zu beurteilen. T.J. Miller (Deadpool) zum Beispiel verkörpert einen reinen digitalen Charakter namens i-R0k. Eine wichtige Figur verkörpert Olivia Cook (Bates Motel). Als Artemis sucht sie Seite an Seite von Parzival nach dem großen Ei.

Der einfachste Charakter ist jener von Ben Mendelsohn (Die Dunkelste Stunde) als Nolan Sorrento. Er ist der Chef des Konzerns IOI und will mit aller Macht die Kontrolle über die OASIS haben. Simon Pegg (Star Trek Beyond) ist auch noch als Ogden Morrow mit von der Partie.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Ready Player One spielt fast ausschließlich in einer virtuellen Welt. Somit ist klar, dass der Film nicht ohne Greencreen- und Computertechnik auskommt. Es ist erstaunlich, was die Beteiligten aus den Hut gezaubert haben, denn die Effekte, Farben und Bilder sehen sehr spektakulär aus. Die weiter oben angesprochenen Hommagen wurden sehr gut umgesetzt und es ist schwer, nicht von den beeindruckenden Effekten zu schwärmen.

Die digitale Kamera ist sehr dynamisch und actiongeladen. Man wird sofort in diese Welt hineingezogen und ist mittendrinnen im Geschehen. Das Szenenbild ist auch digital und sehr vielseitig und kreativ. Es ist schwer, hier spezielle Momente herauszunehmen, denn über die Dauer des gesamten Films folgt ein Highlight nach dem anderen. Gefallen hat mir auch das Szenenbild in der realen Welt. Keine klare, reine Dystopie, sondern heruntergekommen und dreckige Wohnvierteln – Top.

Die großartige Musik kommt von Alan Silvestri (Marvel’s The Avengers) und das passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Er schafft es einfach, mit seinem orchestralen Soundtrack die passende Atmosphäre zu den Bildern zu erzeugen.

BEWERTUNG UND FAZIT

Steven Spielberg did it again. Er hat einen großartigen Blockbuster erschaffen mit einer Inszenierung, die ein irres Tempo an den Tag legt und nur selten dieses Tempo herausnimmt. Die Story ist vielleicht einfach gestrickt und der Bösewicht austauschbar, das trübt aber nicht den Unterhaltenswert. Die Effekte sind sehr spektakulär und sie beweisen, was alles möglich ist, wenn man sich Mühe gibt und das dementsprechende Budget hat. Für Fans von Filmen und Nerds gibt es viel zu entdecken und die werden um diesen Film nicht herumkommen. Allgemein bewertet muss es Abzüge geben, aber im Genre Action-Science-Fiction-Blockbuster macht Ready Player One richtig Spaß und unterhält auf allen Ebenen.

Genrewerung Action/Science-Fiction: 9,5 / 10

Allgemeine Wertung: 8,5 / 10

 

Quelle Bild: kino.de

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