KRITIK: SHAPE OF WATER – Das Flüstern des Wassers

Zweifacher Gewinner bei der Golden-Globe-Verleihung und unfassbare 13 Oscar-Nominierungen. Eine Geschichte einer stummen Frau, die sich mit einem fischartigen Wesen anfreundet. Ob dieser Film den vielen Nominierungen gerecht wurde und die Geschichte über zwei Außenseiter sehenswert ausfällt, erfährt ihr in dieser Kritik zu Shape of Water – Das Flüstern des Wassers.

Originaltitel: The Shape of Water

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro und Vanessa Taylor

Produktion: Guillermo del Toro, J. Miles Dale, Chuck Ryant und T. K. Knowles

Kamera: Dan Laustsen

Musik: Alexandre Desplat

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©2018 20th Century Fox

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Elisa Esposito (Sally Hawkins). Sie ist stumm, hat eine besondere Beziehung zu ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) und arbeitet während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor als Reinigungskraft. Sie wirkt außerhalb ihrer Wohnung sehr einsam und isoliert, ihre Freundin und Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ist ihr einziger Kontakt in der Arbeit. Eines Tages stoßen die Beiden auf ein geheimes Projekt, ein fischartiges Wesen (Doug Jones) wird im Labor festgehalten. Ab diesem Tag verändert sich das Leben von Elisa. Sie freundet sich mit dem Wesen an und trifft eine Entscheidung fürs Leben: Sie will es retten. Ein Mann hat aber etwas dagegen: Richard Strickland (Michael Shannon), der Leiter des geheimen Projektes, der das Wesen gegen die Sowjets einsetzten möchte.

DREHBUCH UND STORY

Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro hat mit Filmen wie Hellboy, Pans Layrinth und Crimson Peak bereits bewiesen, dass er großartige und vor allem visuell beeindruckende Filme inszenieren kann. Auch Shape of Water fällt großartig aus, bietet eine schöne Geschichte mit minimalen Problemen und leichtem Märchen-Touch.

Ohne zu viel zu verraten beginnt der Film mit einer visuell sehr sehenswerten Szene. Danach lernen wir die Figur Elisa kennen, ihren Arbeitsalltag, ihre Beziehung zu ihrem Nachbarn und wie sie nur mit Zeichensprache durchs Leben kommt. Von Beginn an entsteht eine Verbindung zum Zuschauer, man fühlt und lacht mit ihr.

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©2018 20th Century Fox

Die Inszenierung behandelt viele Themen. Unter anderem die Thematik von Ausgestoßenen, von Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und kaum wahrgenommen werden. Zwei solcher Individuen treffen aufeinander und finden nach und nach zueinander. Dabei gibt es Szenen, die sehr feinfühlig gefilmt wurden, für die man aber auch offen sein muss. Genial ist dagegen der Schluss, der mit einem überraschenden Moment auftrumpft und den Zuschauer mit einem WTF-Moment in den Kinosessel hineindrückt.

Leichte Probleme hatte ich mit der einen oder anderen Nebenhandlung, auf die ich nicht näher eingehen kann. Ich finde, dass diese wenig mit der Haupthandlung zu tun hatten. Darüber hinaus ist er ein paar Minuten zu lang, aber das ist wirklich jammern auf hohem Niveau. In Summe ist der Film grandios geworden mit einer schönen Story und einer außergewöhnlichen Freundschaft unter dem Deckmantel des Kalten Krieges.

DER CAST

Sally Hawkins (Maudie) als Elisa Esposito

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©2018 20th Century Fox

Eine wiedermal unglaubliche starke Leistung von Sally Hawkins. Sie muss nonverbal und mit viel Zeichensprache und Mimik kommunizieren, das macht sie wirklich großartig. Jedes Mal, wenn sie lacht, sich ärgert oder hoffnungsvoll blick, erkennst du als Zuschauer immer was sie gerade ausdrücken will. Es ist nicht einfach, ohne was zu sagen Emotionen auf die Leinwand zu bringen. Aber Frau Hawkins macht ihre Sache mehr als nur ausgezeichnet – verdiente Oscarnominierung.

Michael Shannon (Nocturnal Animals) als Richard Strickland

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©2018 20th Century Fox

Michael Shannon kann (fast) alles spielen und in all seinen Filmen zeigte er grandiose Leistungen. Auch in Shape of Water, wo er einen Projektleiter spielt der das Spezialprojekt rund um das Fischwesen leitet. Eine Figur, die mit allen Mitteln eine Geheimwaffe im Kalten Krieg erschaffen möchte. Dabei würde er über Leichen gehen, er handelt böse und ist knallhart in seinen Entscheidungen. Es war eine richtige Freude den Schauspieler in dieser Rolle zu sehen, auch wenn sie um einen Hauch zu böse ausgefallen ist.

Richard Jenkins (Spotlight) als Giles

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©2018 20th Century Fox

Herrn Jenkins verkörpert den Nachbar von Elisa. Beide haben nicht viele Bekannte und Freunde und daher verstehen sie sich sehr gut. Sie verbringen viele Abende gemeinsam und schauen sich Tanzfilme im Fernsehen an. Die Szenen sind sehr schön gefilmt und die beiden Darsteller harmonieren ausgesprochen gut. Jenkins wurde auch für die Oscars nominiert.

Weitere Charaktere

Im gesamten Cast sind weitere hochkarätige Darsteller und Darstellerinnen zu finden. Octavia Spencer (Begabt) mimt Zelda Delilah Fuller, die einzige Bezugsperson von Elisa in der Arbeit und der moralische Anker. Des Weiteren hat Michael Stuhlbarg eine Rolle ergattert, zu der ich keine näheren Angaben machen möchte.

Doug Jones (Pans Labyrinth) verkörpert das Amphibienwesen und er schafft es wieder einmal der Kreatur emotionale Züge und Gefühle zu verpassen. Eine starke Leistung des Briten, der schon in Pans Labyrinth und Hellboy Kreaturen gespielt hat.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Visuell ist dieser Film einsame Spitze. Die Mischung aus erwachsenem Märchen und realer Geschichte funktioniert unfassbar stark. Tolle, helle Bilder vermischen sich mit etwas düsteren Szenen. Die Effekte und vor allem das Kostüm des Fischwesens sehen beeindruckend aus.

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©2018 20th Century Fox

Die Kameraarbeit von Dan Laustsen (Crimson Peak) fällt ebenso hochwertig aus. Tolle Kamerafahrten sind da zu erleben, selbst in ruhigen Momenten. Das Szenenbild ist die Wohnung von Elisa, das geheime Labor und noch diverse andere schöne Sets.

Die Musik komponierte Alexandre Desplat (Suburbicon) und ist ein wahrer Genuss für Soundtrack-Liebhaber. Melodisch, nachdenklich, emotional und immer der passende Ton zu den Szenen auf der Kinoleinwand. Hat mir richtig gut gefallen.

BEWERTUNG UND FAZIT

Ich muss den Hut ziehen, denn Guillermo del Toro hat wieder einmal eine wahre Filmperle erschaffen. Eine schöne Geschichte, ein Märchen für Erwachsene und eine Inszenierung über zwei Individuen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Die Bildgewalt ist beeindruckend und der gesamte Cast zeigt herausragende Leistungen, allen voran Sally Hawkins, die über allen steht. Trotz kleinen Problemen wie die etwas zu lange Lauflänge, Nebenhandlungen die nicht in das Gesamte passen und die Tatsache, dass die Figur von Michael Shannon etwas zu böse gezeichnet wurde, sind die 13 Oscarnominierungen absolut gerecht. Ein großartiger Film.

Genrewertung Fantasy/Drama: 9 / 10

Allgemeine Wertung: 8,5 / 10

 

 

2 Gedanken zu “KRITIK: SHAPE OF WATER – Das Flüstern des Wassers

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