KRITIK: Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Die Award-Saison hat bereits begonnen und immer mehr starke Filme erscheinen in den Kinos. So auch dieser Film, der bei den Golden Globes vier Statuen abräumte. Ob das Drama mit Frances McDormand und Woody Harrelson in den Hauptrollen genauso gut ist wie gesagt wird, erfährt ihr in dieser Kritik zu Three Billboards outside Ebbing, Missouri.

Originaltitel: Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Regie: Martin McDonagh

Drehbuch: Martin McDonagh

Produktion: Martin McDonagh, Graham Broadbent, Peter Czernin und Ben Knight

Kamera: Ben Davis

Musik: Carter Burwell

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©20th Century Fox

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Mildred Hayes (Frances McDormand). Vor Monaten wurde ihre Tochter auf brutalste Weise ermordet und die Leiche verbrannt. Die Polizei hat bis heute den Täter noch nicht geschnappt und auch sonst diskriminieren sie lieber die afroamerikanische Bevölkerung als den Mörder zu suchen. Daraufhin kauft Mildred drei Billboards unweit ihres Hauses, damit die Polizei rund um Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) endlich wieder ihre Arbeit aufnimmt. Mit dieser Aktion bekommt sie die volle Aufmerksamkeit und sogar das Fernsehen berichtet darüber. Jedoch wird die Idylle des kleinen Städtchens Ebbing in Missouri etwas gestört und die Lage beginnt immer mehr zu eskalieren.

DREHBUCH UND STORY

Martin McDonagh (Brügge sehen… und sterben) als Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion. Er inszenierte ein großartiges Drama mit einem tollen Cast und einer hervorragend geschriebenen Geschichte.

Der Film beginnt mit dem Kauf der drei Billboards und sofort ist klar was die Hauptfigur damit bewirken will. Ihre Tochter wurde vor Monaten getötet und der Mörder läuft immer noch frei herum. In dieser Phase werden auch die wichtigsten Charaktere vorgestellt und die Zuschauer bekommen ein gutes Bild der gesamten Szenerie.

Der Regisseur hat ein sehr gutes Händchen für eine sehenswerte Inszenierung. Er entschied sich für eine Mischung aus Drama und tiefschwarzer Komödie, der Wechsel zwischen humorvollen Momenten und emotionalen Szenen ist perfekt gewählt. Der Film ist witziger als man denkt, der Humor wirkt aber nie zu aufgesetzt und wurde an den richtigen Stellen platziert.

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©20th Century Fox

Ebenfalls gelungen ist die Tatsache, wie die Figuren handeln. Es ist absolut nachvollziehbar, warum der Charakter von Frances McDormand diese Billboards gekauft hat. Auf der anderen Seite wird die Polizei nicht ins dumme Licht gerückt und es gibt keinen Antagonisten. Das hat mir sehr gut gefallen. Darüber hinaus erleben wir realistische Charakterentwicklungen und wenn eine Person mit diesen Billboards aneckt und dadurch in den Medien erscheint, ist klar, dass sie Lage ein wenig eskaliert.

Die knapp zwei Stunden vergehen wie im Fluge, man fühlte sich gut unterhalten und nach dem Verlassen des Kinos möchte man den Film unbedingt noch einmal sehen. Über das Ende kann durchaus diskutiert werden, aber Three Billboards outside Ebbing, Missouri ist ein rundum gelungener Film ohne Schwächen.

DER CAST

Frances McDormand (Hail, Caesar!) als Mildred Hayes

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©20th Century Fox

Bei den Golden Globes gewann sie in der Kategorie „Beste Schauspielerin, Drama“ und auch bei den Oscars 2018 gilt sie als die haushohe Favoritin. Kein Wunder, denn sie zeigt eine hervorragende Leistung. Sie schafft es, dass ich als Zuschauer mit ihr mitfühle und jede ihrer Handlungen nachvollziehen kann. Ihr Charakter geht mit dem Schmerz auf ihre eigene Art um, aber tief in ihr drinnen ist sie traurig und emotional. Eine hochinteressante Figur und großartig gespielt.

Sam Rockwell (Iron Man 3) als Officer Jason Dixon

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©20th Century Fox

Was für eine außerordentliche Leistung von Sam Rockwell. Seine Figur wirkt auf dem ersten Blick etwas klischeehaft, weil er sich ständig aggressiv und fremdenfeindlich verhält. Letztendlich ist sie aber vielschichtig und sie entwickelt sich auch. Genießt einfach die grandiose Performance des US-Amerikaners. Nach seinem Sieg bei den Golden Globes ist er ebenfalls der große Favorit für einen Oscar.

Woody Harrelson (Planet der Affen: Survival) als Sheriff Bill Willoughby

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©20th Century Fox

Zu Woody Harrelson muss man nicht mehr viel sagen und es ist kein Geheimnis, dass er einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler ist. Seine Rolle als Sheriff spielt er wieder großartig, bei den Mordermittlungen sind ihm ein wenig die Hände gebunden und er versucht diplomatisch vorzugehen. Mehr möchte ich zu seinem Charakter nicht sagen.

Weitere Charaktere

Um diese drei Figuren herum versammelte der Regisseur bis ins letzte Detail großartige Nebendarsteller, die den gesamten Cast perfekt abrunden. Egal ob Lucas Hedges (Manchester By The Sea), der den Sohn von Mildred Hayes verkörpert oder Peter Dinklage (Games of Thrones), der ebenfalls zwei, drei großartige Szenen hat.

Caleb Lahdry Jones (Get Out) spielt eine Figur namens Red, der Leiter des Marketingbüros den die drei Billboards gehören. Abbie Cornish (RoboCop) ist als Anne Willoughby zu sehen.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Von der ersten Sekunde an sind die echten Sets erkennbar. Alles wirkt sehr realistisch und man fühlt sich sofort in diese Welt hineingezogen. Digitale Effekte gibt es keine und Wunden und Explosionen sehen sehr echt und handgemacht aus.

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©20th Century Fox

Die Kamera fällt ebenfalls sehr hochwertig aus, mit tollen Kamerafahrten und Bildern werden die Dialoge sehr ruhig von nah und halb-nah eingefangen. Das Szenenbild ist die fiktive Stadt Ebbing, die drei Billboards, die Polizeistation und das Haus von Angela Hayes.

Großartig ist auch die Musik von Carter Burwell (The Founder). Mal verspielt, mal emotional, melodisch und äußerst hörenswert. Wirkt auch kurz nach dem Kinobesuch noch nach.

BEWERTUNG UND FAZIT

Es gibt sehr wenige Filme die kaum negative Elemente beinhalten. Und würde es so etwas wie einen perfekten Film geben, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri wäre ein Kandidat. Unglaublich starkes Schauspiel mit hochinteressanten Figuren, ein toll geschriebenes Drehbuch, sehenswerte Kameraarbeit und Sets – die Superlativen sind unbegrenzt. Ich kann den Film nur jedem empfehlen, vor allem Fans von kleineren Werken und Cineasten. Er wird bei den Oscars definitiv den einen oder anderen Preis gewinnen und bewirbt sich jetzt schon für die besten zehn Filme im Jahr 2018.

Genrewertung Drama/Komödie: 10 / 10

Allgemeine Wertung: 10 / 10

 

 

 

 

 

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