KRITIK: Greatest Showman

Das Kinojahr 2018 beginnt mit einem Biopic über den Zirkuspionier und Erfinder des Showbusiness –  P.T. Barnum. Regisseur Michael Gracey inszenierte im Auftrag von 20th Century Fox ein Musical mit Hugh Jackmann und Michelle Williams in den Hauptrollen. Wie mir diese Variante gefallen hat erfährt ihr in dieser Kritik zu Greatest Showman.

Originaltitel: The Greatest Showman

Regie: Michael Gracey

Drehbuch: Bill Condon und Jenny Bicks

Produktion: James Mangold, Tonia Davis, Donal J. Lee Jr. und Peter Chernin

Kamera: Seamus McGarvey

Musik: John Debney, Benj Pasek, Justin Paul und Joseph Trapanese

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©2017 20th Century Fox

HANDLUNG

Erzählt wird die wahre Geschichte von P. T. Barnum (Hugh Jackman). Ein Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der trotzdem einen geregelten Job gefunden hat und glücklich mit Charity (Michelle Williams) verheiratet ist. Eines Tages aber verliert er seine Arbeit und steht mit leeren Händen da. Doch er hat einen Traum und eine Idee. Barnum eröffnet ein Kuriositätenkabinett und heuert Menschen an, die ein wenig anders sind – unter anderem eine bärtige Frau. Sein Konzept geht auf und wird mit Tänzern und Artisten erweitert. Über Nacht wird er berühmt, der moderne Zirkus war geboren.

DREHBUCH UND STORY

Greatest Showman ist das Regiedebüt von Michael Gracey und er entschied sich, das Biopic über den Zirkuspionier P. T. Barnum als Musical zu inszenieren. Ein durchaus interessanter Mix, die Qualität reicht aber nicht ganz an La La Land heran.

Gleich zu Beginn ist den Zuschauern klar, welchen Stil der Film einschlagen wird. Die erste Szene beginnt mit einer Tanz- und Gesangseinlage und der Vorstellung der beiden Hauptfiguren. Der Kontrast ist sofort erkennbar, Barnum kommt aus ärmlichen Verhältnissen und seine spätere Frau Charity aus reichem Haus.

Was folgt ist der Weg vom Niemand zu einem Pionier und Vorreiter. Eine klassische Geschichte, dass jeder seine Träume verwirklichen kann. Somit erzählt der Film nichts Neues. Aber er spricht auch Themen wie Akzeptanz an, dass jeder Mensch so ist wie er ist und dass diese Menschen auch respektiert gehören.

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©2017 20th Century Fox

Das bei einem Musical sehr viel gesungen wird, ist logisch. Für meinen Geschmack war es aber etwas zu viel. Dadurch kann sich die Story nicht so entwickeln, dafür werden wichtige Punkte schneller abgehandelt. Die Handlung kommt somit sehr gut voran, wirkt nicht langatmig. An manchen Stellen fehlte aber etwas der emotionale Moment. Das machte La La Land besser, weil er sich etwas mehr Zeit nimmt die Charaktere zu präsentieren.

DER CAST

Hugh Jackman (Logan – The Wolverine) als P. T. Barnum

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©2017 20th Century Fox

Herr Jackman hat erfolgreich seine Wolverine-Krallen abgelegt und zeigt als Showmaster Barnum eine sehr gute Leistung. Eine Figur, die aus ärmlichen Verhältnissen kommt und fest entschlossen ist seine Träume zu realisieren. So entschlossen, dass er die einfachen Dinge und seine Liebe zu seiner Familie ein Stück weit vergisst. Die Liebesgeschichte zu seiner Frau wirkt auch glaubhaft und beim Zuschauen hatte ich das Gefühl, dass er selber die Lieder singt.

Michelle Williams (Manchester By The Sea) als Charity Barnum

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©2017 20th Century Fox

Die Frau an der Seite von P. T. Die, die ihn über alles liebt, obwohl täglich Existenzängste im Raum stehen. Dadurch muss sie sich immer vor ihren Eltern rechtfertigen. Michelle Williams macht das wieder großartig und sympathisch, sie harmoniert auch sehr gut mit Jackman und singen kann sie auch noch. Ihre Leistung hat mir sehr gut gefallen.

Zac Efron (Baywatch) als Phillip Carlyle

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©2017 20th Century Fox

Für mich die größte Überraschung des gesamten Films. Efron ist bekannt für Komödien wie Dirty Grandpa oder Bad Neighbors und ich kann mich an keine außergewöhnliche Leistung von ihm erinnern. Das ändert sich nun mit Greatest Showman, in dem er den Partner von P. T. Barnum verkörpert. Eine Figur, die durchaus Tiefgang zeigt und Efron hat bei mir durch seine Performance einige Sympathiepunkte dazugewonnen.

Weitere Charaktere

Sehr begeistert hat mich Rebecca Ferguson (Life) als Sängerin Jenny Lind. Eine kleine Nebenrolle, hauptsächlich muss sie singen. Und das macht sie ausgezeichnet, ihre Gesangskünste sind einzigartig.

Außerdem im Cast mit dabei sind Zendaya (Spider-Man: Homecoming) als Anne Wheeler und Paul Sparks (Midnight Special) als James Gordon Bennett.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Die technische Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Ab und an erkennt man zwar den Greenscreen, aber die Szenerie aus dem 19. Jahrhundert wurde gut in Szene gesetzt. Der Film hat einen schönen Vintage-Look, Menschen die passende Kleidung wie Hüte, schöne Anzüge und Kleider tragen. Darüber hinaus entsteht ein Gefühl, dass echte Sets verwendet wurden.

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©2017 20th Century Fox

Die Kameraarbeit ist die meiste Zeit sehr dynamisch, da viele Tanz- und Gesangssequenzen eingebaut wurden. Es gibt ein paar schöne Choreografien und Plansequenzen, bei der die Kamera perfekt eingesetzt wurde. Das Szenenbild ist das Museum und der Zirkus von Barnum, das Haus der Familie Barnum, die Straßen von New York und diverse Showbühnen.

Die Musik ist natürlich allgegenwertig bei einem Musical. Viele Songs wurden kreiert, um die Handlung voranzutreiben und um Gefühle auszudrücken. Einige dieser Lieder, die sehr Pop-lastig sind, haben Ohrwurm-Flair – dennoch für meinen Geschmack etwas zu viel Musik.

BEWERTUNG UND FAZIT

Musicals scheinen nach La La Land wieder in Mode zu kommen. Greatest Showman ist ein gelungener Vertreter, obwohl es kein perfekter Film ist. Die DarstellerInnen machen alle einen tollen Job, die Optik ist gelungen und die Story kommt ohne langatmige Stellen gut voran. Die Musik geht sofort ins Ohr, ist aber für meinen Geschmack zu viel. Die Geschichte hat nicht sehr viele Möglichkeiten emotionale Momente zu kreieren. Wer aber Fan von Musicals und von Hugh Jackman und Michelle Williams ist, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.

Genrewertung biografisches Musical: 7,5 / 10

Allgemeine Wertung: 7 / 10

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KRITIK: PATERSON

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Originaltitel: Paterson

Regie: Jim Jarmush

Drehbuch: Jim Jarmush

Produktion: Carter Logan, Oliver Simon und Joshua Astrachan

Kamera: Frederick Elmes

Musik: Affonso Goncalves Weiterlesen

KRITIK: STAR WARS EPISODE VIII – Die Letzten Jedi [SPOILERFREI]

Endlich ist jener Film in den Kinos gestartet, auf den wir so lange gewartet haben. Looper-Regisseur Rian Johnson, der auch das Drehbuch verfasst hat, durfte den Mittelteil der neuen Trilogie inszenieren, es entstand ein Riesen-Hype. Ob dieser Hype gerechtfertigt ist, die Weiterentwicklung der Hauptcharaktere voranschreitet und er generell sehenswert ausfällt, erfährt ihr in dieser Kritik zu Episode VIII – Die Letzten Jedi.

Originaltitel: Star Wars Episode VIII – The Last Jedi

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

Produktion: Kathleen Kennedy, J. J. Abrams, Tom Karnowski und Ram Bergman

Kamera:  Steve Yeldin

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KRITIK: ZWISCHEN ZWEI LEBEN – The Mountain Between Us

Basierend auf einem Roman inszenierte Regisseur Hany Abu-Assad eine Geschichte von zwei Fremden, die bei einem Flugzeugabsturz auf einem verschneiten Bergmassiv stranden. Um zu überleben, müssen sie sich vertrauen. Ob die Mischung aus Survival- und Liebensfilm sehenswert geworden ist, erfährt ihr in dieser Kritik zu Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us.

Originaltitel: The Mountain Between Us

Regie: Hany Abu-Assad

Drehbuch: Chris Weitz und J. Mills Goodloe

Produktion: u. a. Fred Berger, Beckie Cross Trujillo, Peter Chernin und David Ready

Kamera: Mandy Walker

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