KRITIK: JUSTICE LEAGUE

Superhelden – Vereint Euch! Die Erde wird von einer übermächtigen Macht angegriffen und Bruce Wayne trommelt ein Team mit besonderen Fähigkeiten zusammen. Abermals von Zack Snyder inszeniert geht das DC Extended Universe (DCEU) in die nächste Runde. Wie mir der Film gefallen hat und ob er wieder die typischen „DC-Krankheiten“ aufweist, erfährt ihr in dieser Kritik zu Justice League.

Originaltitel: Justice League

Regie: Zack Snyder und Joss Whedon

Drehbuch: Chris Terrio und Joss Whedon

Produktion: u. a. Jon Berg, Geoff Johns, Deborah Snyder, Ben Affleck und Christopher Nolan

Kamera: Fabian Wagner

Musik: Danny Elfman

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HANDLUNG

Superman (Henry Cavill) ist Tod. Die Welt ist angreifbar und wie aus dem Nichts taucht das außerirdische Wesen Steppenwolf (Ciaran Hinds) auf der Erde auf. Er sucht drei magische Boxen, um den blauen Planeten komplett zu zerstören. Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck) muss ein Team mit besonderen Fähigkeiten zusammenstellen, um Steppenwolf aufzuhalten. Zusammen mit Diana Prince alias Wonder Woman (Gal Gadot) rekrutiert er Arthur Curry alias Aquaman (Jason Momoa), Barry Allen alias The Flash (Ezra Miller) und Victor Stone alias Cyborg (Ray Fisher). Die Zeit drängt, denn der Angriff auf die Erde hat bereits begonnen.

DREHBUCH UND STORY

Dass dieser Film zum geplanten Datum in die Kinos gekommen ist, grenzt fast an ein Wunder. Hatte er doch einige Probleme in der Produktion. Zack Snyder (Batman V Superman) verließ das Projekt aus privaten Gründen und Avengers-Regisseur Joss Whedon wurde beauftragt ihn fertigzustellen. Zudem gab es teure Re-Shoots. Herausgekommen ist ein Film, der sehr unterhält aber auch Schwächen aufweist.

Die Handlung schließt an jene von BvS an, die Welt trauert um Superman und die Menschen sind angreifbar geworden. Wir bekommen erste Eindrücke von den neuen Figuren Cyborg, The Flash und Aquaman und wie Bruce Wayne sie ausfindig macht. Der Bösewicht Steppenwolf wird präsentiert, seine Herkunft und seine Motivation die drei magischen Boxen zu suchen. Gleich vorne weg sei gesagt, dass der Bösewicht sehr grauenhaft ausgefallen ist. Austauschbar, eine reine CGI-Figur und trotz imposanter Erscheinung wirkt er irgendwie nicht wie eine Bedrohung.

Im Vergleich zu BvS wurde die Story schneller und einfacher erzählt. Es gibt keine komplizierten Handlungsstränge, sondern eine Geschichte die ohne Umschweife erzählt wird. Das ist grundsätzlich sehr positiv, weil kaum langweilige Stellen vorkommen und der Ausgang der Geschichte (vermutlich) erahnt werden kann. Allerdings bekommen die neuen Figuren kaum Eingewöhnungszeit und werden nicht sehr detailliert vorgestellt. Zu The Flash, Aquaman und Cyborg bekommen wir wenig Hintergrundinformationen und für den einen oder anderen Kinobesucher kann dies problematisch werden. Da hätte ich mir 20 Minuten mehr gewünscht, Zeit die die Filmemacher gut in die Charaktervorstellung investieren könnten.

Was mir sehr gut gefallen hat war der Humor, vor allem Barry Allen sorgt für witzige Szenen. Vereinzelt zu gewollt, aber sie lockern die ansonsten düstere Atmosphäre sehr gut auf. Die Dialoge sind sehr einfach ausgefallen und konzentrieren sich auf das Wesentlichste. Die Chemie innerhalb der SchauspielerInnen wirkt harmonisch. Das sorgt dafür, dass ich trotz einfacher Story meinen Spaß hatte und die zwei Stunden Lauflänge wie im Flug vergangen sind.

DER CAST

Ben Affleck (The Accountant) als Bruce Wayne alias Batman

Auch dieses Mal zeigt er wieder eine gute Leistung und in den Gefechten wirkt er aktiver als in BvS. Zwar hat er etwas zu viel comic-relief Momente auf Kosten der Düsterheit, aber in Summe wieder eine gelungene Performance von Ben Affleck.

Gal Gadot (Das Jerico Projekt) als Diana Prince alias Wonder Woman

Gal Gadot ist einfach perfekt für diese Rolle und man spürt als Kinobesucher, dass sie diese Figur gerne spielt. Das kommt sympathisch rüber und ihre Szenen machen wieder enorm viel Spaß. Gemeinsam mit Ben Affleck trägt sie die Handlung über die gesamte Länge.

Ezra Miller (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) als Barry Allen alias The Flash

Von ihm war ich sehr überrascht. Ezra Miller ist ein guter Flash und er bringt die witzigen Momente sehr gelungen rüber. An ein, zwei Stellen wirkte das lockere Sprücheklopfen etwas zu gewollt, dennoch eine überzeugende Leistung von Herrn Miller.

Ray Fischer (Batman V Superman) als Victor Stone alias Cyborg

Der bis dato unbekannte Schauspieler hat mich ebenfalls überrascht. Cyborg ist für die breite Masse ein nicht sehr bekannter Charakter, aber Ray Fischer verkörpert ihn hervorragend. Dafür, dass diese Figur sehr vage eingeführt wird, bekommen wir doch einen guten Eindruck von den Fähigkeiten.

Jason Momoa (Game of Thrones) als Arthur Curry alias The Aquaman

Perfekt, perfekter, Jason Momoa, eine sehr überzeugende Performance als Aquaman. Vielleicht ein wenig zu aggressiv und düster, aber in Summe hat es mir Spaß gemacht ihn in dieser Rolle zu sehen. Freue mich auf den Solo-Film.

Weitere Charaktere

Es gibt im Nebenfiguren-Bereich wieder einige bekannte und namhafte Gesichter. Jeremy Irons (Assassins Creed) ist wieder als Butler Alfred mit dabei. Er harmoniert perfekt mit Ben Affleck und die Szenen mit den Beiden machen richtig Laune. J. K. Simmons (Whiplash) wurde als Commissioner Gordon engagiert und leider hat er zu wenig Screentime.

Zudem sind Diane Lane (Paris Kann Warten) als Martha Kent, Amy Adams (Arrival) als Lois Lane und Connie Nielsen (Wonder Woman) als Königin Hippolyta wieder mit von der Superhelden-Partie. Neu sind Amber Heard (The Danish Girl)als die Frau von Aquaman und Billy Crudrup (Alien Covenant) als Henry Allen, dem Vater von The Flash.

Bleibt noch Superman alias Clark Kent, der von Henry Cavill (Man of Steel) verkörpert wird. Warum und wie er wieder von den Toten auferstanden ist verrate ich nicht. Mir hat seine Leistung jedenfalls sehr gut gefallen und ich finde, dass er ein ausgezeichneter Superman ist.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Das allseits leidige Thema CGI. Bei einem Superhelden-Film weiß man bereits im Voraus, dass digitale Effekte verwendet werden – so auch in Justice League. Natürlich sehen diese an einigen Stellen zu überladen und unecht aus, speziell der Bösewicht und in der finalen Schlacht. Aber stellenweise war es sehr ordentlich und in Summe konnte ich mich mit den Effekten anfreunden. Vor allem die Kostüme von Cyborg und Flash schauen sehr spektakulär aus. Außerdenm empfand ich die Action-Szenen als sehr gelungen.

Kein Film von Zack Snyder ohne Zeitlupen-Shots. Von denen gibt es wieder einmal sehr viele, fast schon zu viele. Diese sehen im Grunde sehr cool aus, aber mittlerweile hat man sie etwas sattgesehen. Die Kamera fängt daher die Szenen abwechselnd mit sehr langsamen und hektischen Bildern ein. Das (digitale) Szenenbild sind bekannte Orte wie die Farm von Clark Kent oder die Insel der Amazonen aus Wonder Woman. Dazu kommen Unter-Wasser-Aufnahmen, Szenen in der Batcave und in einer verlassenen russischen Stadt.

Die Musik komponierte Danny Elfman (Tulpenfieber) und ist der gewohnt epische Soundtrack. Schlachten werden mit bombastischen Sounds untermalt, manchmal zu viel. Zwischendurch hören Kinobesucher nachdenkliche Melodien und die berühmten Themes der Superhelden.

BEWERTUNG UND FAZIT

Stark verbessert mit den üblichen Krankheiten des DCEU – so fällt mein Fazit aus. Dennoch wird dieser Film Kritiker und Fans spalten. Aus meiner Sicht ist er gelungen, unterhaltsam, bietet tollen Humor und es gibt keine verwirrenden Handlungsstränge. Zu bemängeln ist der austauschbare und langweilige Bösewicht, die zu kurze Lauflänge, die teilweise nicht spürbare Bedrohung und wieder einmal zu überladene CGI-Effekte. Normale Kinogänger werden mit ihm Probleme bekommen, Fans von DC und Superhelden-Filmen könnten durchaus ihren Spaß haben. Mich überraschte er und ich würde ihn mir auch ein zweites Mal anschauen.

Genre-Wertung Superhelden-Film: 7 / 10

Allgemeine Wertung 6 / 10

 

Quelle Bild: nerdist.com

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