KRITIK: Planet der Affen: Survival

Der Krieg hat begonnen. Im dritten Teil der spektakulären Trilogie geht der Kampf um den Planeten in die entscheidende Phase. Ein skrupelloser Colonel führt Krieg gegen die Affen, die eigentlich nur im Einklang mit den Menschen leben wollen. Ich durfte ihn bereits in einer Pressevorführung sehen und daher geht es in dieser Kritik um Planet der Affen: Survival.

Originaltitel: War For The Planet Of The Apes

Regie: Matt Reeves

Drehbuch: Matt Reeves und Mark Bomback

Produktion: Peter Chernin, Dylan Clark, Rick Jaffa und Amanda Silver

Kamera: Michael Seresin

Musik: Michael Giacchino

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©2017 Twentieth Century Fox

HANDLUNG

Einst wollte ein Wissenschaftler mit Hilfe des genmanipulierten Affen Caesar (Andy Serkis) Alzheimer bekämpfen. Stattdessen wurde daraus eine Seuche, die Menschen wurden stark dezimiert und die Affen entkamen in die Freiheit. Nach vielen Jahren Seite an Seite gab es einen verheerenden Krieg, den der Affe Koba (Tobey Kebell) angezettelt hat. Caesar wollte immer nur seine Familie und seinen Stamm beschützen und in Frieden mit den Menschen leben. Doch diese sehen die Affen als Bedrohung. Jetzt steht ein allerletzter Kampf um die Erde bevor. Ein skrupelloser Colonel (Woody Harrelson) geht mir extremer Brutalität gegen die Affen vor. Caesar muss sich entscheiden, ob er seinen Prinzipien weiterhin treu bleibt oder die Vernunft beiseiteschiebt, um eine Katastrophe zu verhindern.

DREHBUCH BUND STORY

Im ersten Teil Prevolution führte Rupert Wyatt (The Gambler) Regie und dieser entschied sich für einen sehr wissenschaftlichen Ansatz. Im zweiten Teil Revolution übernahm Matt Reeves (Cloverfield) die Regie und die Inszenierung wurde ein wenig rauer und düsterer mit einer leichten Brise Kriegsfilm. Diese Wandlung hat der Neuauflage der Planet der Affen-Reihe gut getan. Auch in Survival durfte sich Matt Reeves austoben und er führte das fort, was er im Vorgänger aufgebaut hat.

Zuerst muss erwähnt werden, wer die Trailer kennt könnte eventuell mit falschen Erwartungen hineingehen. Dieser vermittelt einen brachialen Action-Kriegs-Film, herausgekommen ist ein Drama mit Actioneinlagen. Zu Beginn werden die Geschehnisse von den Vorgängern in kurz eingeblendeten Texten beschrieben, so dass Neulinge sofort in den Film hineinfinden. Gleich danach gibt es eine sehr gelungene Action-Szene. Wer denkt, dass es in dieser Tonart weitergeht, der irrt.

Planet der Affen 3

©2017 Twentieth Century Fox

Der Regisseur nimmt nach diesen 15-20 Minuten das Tempo heraus und konzentriert sich auf die Hauptfigur Caesar. Das finde ich sehr gelungen. Wir verfolgen das Treiben in der Affenherde, die bedingungslose Liebe zu seiner Familie und den nie enden wollenden Willen seine Gefolgsleute zu beschützen. Er hat seine Prinzipien und denen bleibt er treu. Diese Treue wird aber auf eine harte Probe gestellt, denn der skrupellose Colonel und seine Armee bedroht seine Familie.

Während des gesamten Filmes ist nicht klar, in welche Richtung er sich bewegt. Es kann alles passieren und trotz der eher ruhigen Erzählung schaust du als Kinobesucher gespannt auf die Leinwand. Matt Reeves schaffte es perfekt, diese Spannung hoch zu halten und jeder Schritt der Affen und auch der Menschen ist immer sehr klar und nachvollziehbar. Am Ende wurde es dann ein wenig unrealistisch, was aber definitiv unter die Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“ fällt.

Da die Actionszenen punktuell eingesetzt werden und der Film in Summe ruhig ausgefallen ist, schleichen sich in der Mitte ein paar langatmige Momente ein. Dadurch wirken die 140 Minuten um zumindest 20 Minuten zu lang. Kleinigkeiten, denn die Atmosphäre und die spannende Inszenierung sorgen trotz der im Verhältnis sehr wenig gesprochenen Dialoge für ein großartiges Kinoerlebnis.

DER CAST

Andy Serkis (Avengers: Age of Ultron) als Caesar

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©2017 Twentieth Century Fox

Ich bin dafür, dass Andy Serkis endlich seinen wohlverdienten Oscar bekommt. Was er trotz der Motion-Captur Technik auf die Leinwand zaubert, ist einfach nur großartig – du starrst auf die Leinwand und erkennst Serkis. Im dritten Teil spielt er noch tiefgründiger, nachdenklicher und emotionaler. Caesar, der sich sprachlich wieder weiterentwickelt hat, muss einige Schicksalsschläge verkraften und wandelt an einem schmalen Grad zwischen Vernunft und Hass. Serkis trägt die Handlung auf seinen Schultern, ein richtiger Genuss ihn wieder als Ceasar zu erleben.

Woody Harrelson (True Detective) als Der Colonel

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©2017 Twentieth Century Fox

Weltklasse Performance von Woody Harrelson. Er hat zwar weniger Screentime als die Trailer vermuten, füllt diese aber grandios aus. Mit skrupelloser Härte kämpft er gegen die Affen und in jeder Szene in denen du Harrelson in die Augen schaust, erkennst du seinen Zorn, seinen bösartigen Willen die Affen auszulöschen. In einer Szene redet er sich in einem fast 15-minütigen Monolog in Rage, da bekommst du als Schauer eine Gänsehaut. Ich verneige mich vor Woody Harrelson

Weitere Charaktere

Die beiden Charaktere sind die wichtigsten Figuren in Planet der Affen Survival. Zu anderen Charakteren möchte ich nicht viel sagen, weil ich euch die Spannung und die unvorhersehbaren Momente nicht verderben möchte. Dennoch sei erwähnt, dass die Reihe mit Steve Zahn (Dallas Buyers Club) einen Neuzugang bekommen und die Jungschauspielerin Amiah Miller (Lights Out) eine souveräne Talentprobe abgegeben hat.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Hier spielt der Film, neben der Atmosphäre und dem Cast, seine Trümpfe aus. Die düstere Welt wurde unglaublich spektakulär und realistisch umgesetzt. Die Affen sind per Motion-Captur grandios animiert, jedes einzelne Haar, jede Bewegung sieht sehr echt aus und auch die Lippenbewegungen passen zu den Dialogen. Die Action wurde ebenfalls sehr gut umgesetzt, nur am Schluss gab es eine Szene, wo das CGI erkennbar war – empfand ich als störend.

Planet der Affen 4

©2017 Twentieth Century Fox

Die Kamera fällt relativ ruhig aus, da es nur punktuell Action- und Kampf-Szenen gibt. Bei diesen ist sie aber sehr dynamisch und mitten drinnen im Geschehen. Das Szenenbild ist das düstere Dschungelgebiet als Rückzugsort der Affen, kahle Schneelandschaften und die militärische Einrichtung, die man bereits im Trailer bestaunen kann.

Für den Soundtrack wurde Michael Giacchino (Spider-Man: Homecoming) engagiert und er beweist einmal mehr seine Vielseitigkeit. Düstere, trompetenartige Klänge, epische Melodien und Rhytmen die das Dschungelleben perfekt untermalen – die Musik ist ein wahrer Genuss für die Ohren.

BEWERTUNG

Es gibt selten eine Reihe, die sich von Film zu Film steigert. Planet der Affen ist so eine Reihe und legt nach dem sehr gelungenen Vorgänger Prevolution in Survival noch eines drauf. Eine unglaublich starke Atmosphäre, tolle Action und zwei Hauptdarsteller, die sich mit jedem Satz selber überbieten. Der Film lebt aber nicht nur von der Performance von Andy Serkis und Woody Harrelson, sondern auch von der Unvorhersehbarkeit – nie war klar wo der Film enden wird. Dieser ist mit 140 Minuten ein wenig zu lang geraten. Am Ende gab es ein, zwei Szenen die keinen Sinn ergaben und eine Sequenz, wo das CGI klar zu sehen war. Kleinigkeiten, die den Spaß aber nicht mindern. Planet der Affen: Survival ist ein Genuss für Ohren, Augen und Liebhaber der Vorgänger. Kinostart ist der 3 August 2017.

Genrewertung Abenteuer/Action/Sci-Fi: 9 / 10

Allgemeine Wertung: 8,5 / 10

 

 

 

4 Gedanken zu “KRITIK: Planet der Affen: Survival

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