KRITIK: Paris Kann Warten

Eleanor Coppola hat entschieden mit 81 Jahren ihr Regiedebüt zu geben. Zusätzlich schrieb sie das Drehbuch und produzierte ihn auch . Eine Liebeserklärung an Frankreich mit Geheimtipps zu gutem Essen und Urlaubsdestinationen. In dieser Kritik geht es um Paris Kann Warten.

Originaltitel: Paris Can Wait

Regie: Eleanor Coppola

Drehbuch: Eleanor Coppola

Produktion: Eleanor Coppola, Fred Ross und Michael Zakin

Kamera: Crystel Fournier

Musik: Laura Karpman

Paris Kann Warten.jpg

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Anne Lockwood (Diane Lane). Ständig ist sie mit ihrem Mann Michael (Alec Baldwin) auf Achse, der Hollywood-Produzent fliegt von Termin zu Termin und hat sehr wenig Zeit für Anne. Dadurch fühlt sie sich isoliert, auch weil ihre Tochter ausgezogen ist und zum Studieren begonnen hat. Eines Tages sind sie in Südfrankreich und der geplante Kurzurlaub steht bevor. Doch Michael zieht es vor zu einem Geschäftstermin nach Budapest zu fliegen. Aus bestimmten Gründen fliegt Anne nicht mit und wird stattdessen vom Geschäftsfreund ihres Mannes, Jaques Clement (Arnaud Viard) quer durch Frankreich nach Paris chauffiert. Die Reise dauert normal nur wenige Stunden, doch wieso schnell in die Hauptstadt fahren, wenn es auf dem Weg unzählige Landschaften und kulinarische Leckerbissen zu entdecken gibt.

DREHBUCH UND STORY

Mit über 80 Jahren zum ersten Mal einen Film produzieren, ein Drehbuch verfassen und auch noch Regie führen – Respekt an Eleonore Coppola. Der Name Coppola steht auch für Erfolg und großartige Filme. Paris Kann Warten wird sich aber nicht in dieser Kategorie einreihen.

Der Hauptkritikpunkt ist der, dass es im Grunde keine wirkliche Handlung gibt. Der Anstoß für diesen Road Trip ist der Ehemann, der zu einem wichtigen Termin fliegen muss. Darum fährt ein Freund die Ehefrau quer durch Paris und sie halten nicht nur an Tankstellen an um das Auto aufzutanken, sondern kehren auch in jedes erdenkliche Restaurant ein. Es ist Trüffelsaison, dort gibt es speziellen Käse und erst recht die Wein-Variationen müssen doch probiert werden. Und hat das Auto einmal eine Panne, kann man immer noch an einem schönen, romantischen Seeufer ein Picknick machen.

Ihr erkennt, in welche Richtung sich dieser Film entwickelt. Essen, Essen, Wein, Landschaften, Kirchen und so weiter. Dazwischen erzählt die Figur Jaques Clement, woher er die Restaurants kennt und fachsimpelt über die Kulinarik und die verschiedenen Gebäude. Manche Dialoge enden daher ein wenig in der Bedeutungslosigkeit und wegen der immer wieder kehrenden Restaurant-Szenen wird das Verfolgen zu einer langatmigen Angelegenheit.

Wer den Trailer kennt, wird ebenfalls wenig Überraschendes erleben. Der Ausgang der Geschichte und die eine oder andere Szene sind sehr vorhersehbar, 1 Stunde 33 Minuten Lauflänge fühlen sich daher wie drei Stunden an. Im letzten Drittel wurde noch eine überraschende emotionale Sequenz eingestreut, die aber nicht sehr emotional war. Und das Ende war auch sehr unbefriedigend, wenigstens bietet die Inszenierung die eine oder andere humorvolle Szene. Es wäre etwas mehr drinnen gewesen, sich nur auf die Landschaft und die Kulinarik zu verlassen war letztendlich zu wenig.

DER CAST

Diane Lane (Trumbo) als Anne Lockwood

Es war ein reiner Genuss, wie Diane Lane aus einer relativ einfachen Figur das Bestmögliche rausholt. Anne ist ein Charakter, die ein wenig in der Ehe gefangen und isoliert ist. Die sehr viele Orte und Menschen auf der Welt kennt, aber auch eine Art Spielball ihres Mannes ist. Da kommt so ein Road Trip sehr gelegen, den sie auch großteils genießt. Diane Lane holt mir ihrer Performance ein wenig die Kohlen aus dem Feuer, retten kann sie den Film aber auch nicht.

Arnaud Viard (Carole Matthieu) als Jaques Clement

Mit dieser Figur hatte ich große Probleme. Ein typischer Franzose, der höflich und charmant rüberkommt und gerne die Kulinarik seines Landes genießt. Genau diese Leidenschaft wurde mir zu übertrieben dargestellt und es war sehr anstrengend, ihn über die gesamte Länge zu verfolgen. Schauspielerisch hat es mir auch nicht gefallen, wirkte auf mich sehr austauschbar.

Alec Baldwin (The Boss Baby) als Michael Lockwood

Alec Baldwin strahlt immer eine großartige Präsenz aus und zeigt in seinen Nebenrollen immer Großartiges. Auch in Paris Kann Warten, wo seine Screentime leider sehr, sehr wenig ausfällt. Schade, denn in dieser kurzen Zeit zeigt er sein großes Talent. Hätte ihn in diesem Film gerne mehr gesehen.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Optisch sieht der Film grandios aus. Die Sets wirken wie tolle Urlaubsbilder und als Kinobesucher bekommst du wirklich Lust dort einmal hinzufahren. Die Kamera fängt die französische Landschaft und auch das Essen sehr gut ein. Mit leerem Magen solltet ihr diesen Film also nicht anschauen.

Das Szenenbild ist entweder zu Beginn die tolle Küstenstadt Cannes oder auf dem Road Trip die verschiedensten kleineren Städte, Provinzen und so weiter. Somit gibt es nichts an der Kameraarbeit und der Optik auszusetzen.

Die Musik ist sehr gemütlich gewählt, leicht melodisch und passt zur filmischen Liebeserklärung an Frankreich und die Kulinarik. Sehr ordentlich, aber wirklich auffallend war sie auch nicht.

BEWERTUNG

Die positiven Elemente sind schnell aufgezählt. Tolle Bilder, die eine oder andere humorvolle Szene, hochwertig gefilmte Landschaften und kulinarische Gerichte. Diane Lane verkörpert ihre Figur sehr sympathisch und rettet den Film ein wenig. Auf der negativen Seite stehen die nicht vorhandene Handlung, viele belanglose Dialoge, die den Film ein wenig in die Länge ziehen und die anstrengende Figur Jaques Clement. Somit ist es schwer diesen Film zu empfehlen. Vielleicht noch für Fans des europäischen Landes, die auf der Leinwand tolle Bilder sehen wollen. Unter dem Strich ist er aber weniger empfehlenswert.

 

Genrewertung Romantische Komödie: 4,5/10

Allgemeine Wertung: 3,5 / 10

 

Quelle Bild: https://www.tobis.de/film/paris-kann-warten/

 

 

 

 

 

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