KRITIK: Du Neben Mir

Eine Buchverfilmung über ein Mädchen, dass ihr Haus nicht verlassen darf da sie schwer krank ist. Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit ihn bei einem kostenlosen Screening zu schauen, der Film läuft aber bereits seit zwei Wochen in den Kinos. In dieser Kritik geht es um Du Neben Mir.

Originaltitel: Everything, Everything

Regie: Stella Meghie

Drehbuch: J. Mills Goodloe

Produktion: Leslie Morgenstein, Elysa Dutton und Victor Ho

Kamera: Igor Jadue-Lillo

Musik: Ludwig Göransson

du-neben-mir-2017

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Maddy Whittier (Amandla Stenberg). Sie ist 18 Jahre alt und darf seit ihrer Kindheit das Haus nicht verlassen. Sie hat eine Krankheit namens SCID und jede Berührung mit der Außenwelt kann ihren Tod bedeuten. Gut, dass es das Internet gibt. Sie studiert online Architektur, liest Bücher und schreibt darüber Kritiken. Eines Tages zieht im Nachbarhaus ein gut aussehender Junge namens Olly Bright (Nick Robinson) ein und verliebt sich sofort in ihn. Er ist der Grund, warum sie die Hoffnung nie aufgibt eines Tages hinaus in die weite Welt zu reisen. Obwohl es ihre Mutter (Anika Noni Rose) nicht erlaubt, wagt sie eine gefährliche Reise. Nicht nur um Zeit mit ihrer Liebe Olly zu verbringen, sondern auch um einmal das Meer zu sehen.

DREHBUCH UND STORY

Stella Meghie inszenierte diese Buchverfilmung, eine interessante Grundthematik die aber schon sehr oft in Filmen verwendet wurde. Für mich hat der Film Ähnlichkeiten mit Den Sternen so nah mit Asa Butterfield.

Zu Beginn wird das Szenario vorgestellt. Die Hauptdarstellerin erzählt selber wie es dazu gekommen ist, warum sie das Haus nicht verlassen darf und wie die Krankheit SCID überhaupt funktioniert. Es ist ein guter Einstieg in die Geschichte und zu diesem Zeitpunkt macht der Film auch Laune.

Dieses Gefühl kippt als der Nachbarsjunge auftaucht und ab da ist die Richtung vorgegeben. Vor allem für regelmäßige Kinogänger und all jene, die den Trailer gesehen haben. Das Mädchen verliebt sich in den Jungen, die Beiden kommunizieren über SMS und E-Mail, weil sie nicht raus darf. Doch mit jeder Sekunde die vergeht, geht sie mehr Risiko ein und möchte ihn unbedingt von Angesicht zu Angesicht sehen.

Nach einer Stunde verlagert sich das Geschehen nach Draußen und das Drama bekommt Road-Trip-Elemente. Spätestens in dieser Phase sah ich Ähnlichkeiten mit Den Sternen so nah und somit war der Überraschungseffekt nicht mehr vorhanden. Das Ende ist vorhersehbar, das Verfolgen der Geschichte wird an einigen Stellen zu einer langatmigen Angelegenheit.

Zu den Dialogen selber kann gesagt werden, dass sie weder tiefgründig noch sehr schlecht und platt ausfallen. An einigen Stellen gefiel mir die zurückhaltende Art der beiden Hauptfiguren, wie sie mit der Situation umgehen. Zusammenfassend würde ich sagen, dass sie dem Zielpublikum entsprechend angepasst wurden und das ist für mich ein fairer Deal.

DER CAST

Amandla Stenberg (The Hunger Games) als Maddy Whittier

Außer im ersten Tribute von Panem, wo sie Rue verkörpert hat, ist mir diese Schauspielerin eher unbekannt. Allerdings muss ich sagen, dass sie in die Rolle als Maddy gut hineinpasst. Sie spielt das Mädchen auch sehr ordentlich, ausgestattet mit Schüchternheit und mit Hoffnung eines Tages das Haus zu verlassen. Nicht unbedingt die tiefgründigste Figur, aber solide gespielt und dem Zielpublikum angepasst.

Nick Robinson (Die 5. Welle) als Olly Bright

Ähnlich verhält es sich mit Nick Robinson. Sein Bekanntheitsgrad ist noch nicht sehr groß, dennoch passt er hier gut in die Rolle als Olly hinein. Ein typischer amerikanischer Nachbarsjunge, der ein wenig cool rüberkommt ohne dass diese Coolness zu übertrieben dargestellt wird. Er ist zu allem bereit, seine Herzdame zu begegnen und mit ihr Zeit zu verbringen. Auch Olly ist weder tiefgründig noch sehr klischeehaft dargestellt. Dafür passt die Chemie zwischen ihm und Amandla sehr gut.

Weitere Charaktere

Anika None Rose (Imperial Dreams) verkörpert Dr. Pauline Whittier, die Mutter von Maddy die gleichzeitig eine Ärztin ist. Sie sorgt sich sehr um ihre Tochter und ist bemüht ihr viel Liebe zu geben. Sie fällt nicht sonderlich auf, ihre Leistung war in Ordnung aber nicht wirklich etwas Weltbewegendes.

Ana de la Reguera (The Book of Life) ist auch noch im Cast mit dabei. Sie spielt Carla, eine Krankenschwester die seit 15 Jahren bei Maddy im Haus arbeitet.

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Was mir sehr gut gefallen hat: Beim SMS-schreiben erscheint der geschriebene Text auf der Kinoleinwand. In weiterer Folge kommt die Vorstellungskraft der weiblichen Hauptfigur zur Geltung und ein paar Szenen wechseln in eine Fantasiewelt, wo sie und der Junge an einem Tisch sitzen und sprechen – im Hintergrund hören Kinobesucher den SMS-Ton. Mehr technische Effekte gibt es keine.

Die Kameraarbeit ist sehr ruhig ausgefallen. Es gibt naturgemäß keine hektischen Kamerabewegungen, ab der Mitte die eine oder andere Aufnahme von der Vogelperspektive. Das Szenenbild ist hauptsächlich das Haus von Maddy, was sich fast wie ein Kammerspiel anfühlt. Wenn wir da nicht die Road-Trip-Elemente in der zweiten Hälfte zu sehen bekommen.

Die Musik ist gemütlich und melodisch, nie zu dramatisch was ein Vorteil ist. Oft werden emotionale Momente mit musikalischen Hintergrund künstlich überdramatisiert. Das passiert hier nicht und daher fällt der Sound sehr ordentlich aus.

BEWERTUNG

Dieser Film spricht eine bestimmte Zielgruppe an und das merkst du als Schauer. Das Szenario, die Darsteller, die Dialoge – schon oft gesehen und nicht sehr tiefgründig. Der Film und vor allem das Ende sind spätestens nach 20 Minuten vorhersehbar was zu langatmigen Stellen führt. Die Kameraarbeit ich hochwertig und auch die kleinen technischen Spielerein mit dem Schreiben von E-Mails kann sich sehen lassen. Es ist ein Teenie-Drama und in diesem Genre ist er in ordentlich. Trotzdem sollten Abzüge gemacht und die Erwartungen etwas herunterschraubt werden da er allgemein nur gesehen durchschnittlich ausfällt.

 

Genre Wertung Teenager-Drama: 6,5 / 10

Allgemeine Wertung: 5,5/ 10

 

Quelle Bild: https://www.kino.de/film/du-neben-mir-2017/

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2 Gedanken zu “KRITIK: Du Neben Mir

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