KRITIK: American Gods Staffel 1

Eine weitere Serie die im Vorfeld extrem gehyped wurde. Einer der Hauptgründe, warum ich mir endlich einen Amazon Prime Account erstellt habe. Eine Geschichte rund um alte und neue Götter, Mythologien, Traumwelten und anderen bizarren Dingen. Ob dieser Hype schlussendlich gerechtfertigt ist, erfährt ihr in dieser Kritik zur ersten Staffeln von American Gods.

 

 

Originaltitel: American Gods

Genre: Fantasy, Mystery

Regie: David Slade und Adam Kane

Idee: Bryan Fuller, Michael Green / nach Romanvorlage von Neil Gaiman

Produktion: The Blank Corporation, Starz Originals, FremantleMedia North America

Erstausstrahlung: 30. April 2017 in den USA auf Starz / 1. Mai 2017 auf Amazon Video

americangods1.jpg

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von dem Häftling Shadow Moon (Ricky Whittle), der eine Haftstrafe abgesessen hat und entlassen wurde. Am Weg zurück zu seiner Frau lernt er im Flugzeug den mysteriösen Mr. Wednesday (Ian McShane) kennen. Dieser bietet ihm einen Job an und nach langem Überlegen entscheidet er sich diesen Job anzunehmen. Ab sofort begleitet er Mr. Wednesday als dessen Bodyguard und sie begeben sich auf einen Road Trip quer durch die Vereinigten Staaten. Schon bald befindet sich Shadow in einer bizarren Welt voller Skurrilität wieder, denn unter den Menschen leben seit tausenden von Jahren Götter die sich gegen eine Anzahl von neuen Göttern im Krieg befinden. Mehr sollte zur Handlung nicht verraten werden.

WAS IST POSITIV

  • Ian McShane als Mr. Wednesday

Der britische Schauspieler hat schon so einige gute Leistungen gezeigt, aber in American Gods spielt er die Rolle seines Lebens – er trägt die gesamte Handlung der Serie. Vom ersten Auftreten an ist nicht erkennbar, welche Absichten die Figur hat. Sie ist mysteriös, freundlich, mit Charme und Humor ausgestattet und anscheinend eine höhere Instanz der alten Götter auf der Erde. Mehr erfahren wir Zuschauer erst ab der Hälfte der Staffel.

  • Der restliche Cast

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Hauptdarsteller Ricky Whittle, der Shadow Moon verkörpert. Seine Figur wird in eine unbekannte Welt geworfen, voller Unverständnis und Skurrilität. Er weiß nicht so recht wie er damit umgehen soll und was er glauben soll. Eines ist sicher, Übernatürliches umgibt seinen Arbeitgeber. Zudem treten viele Bekannte Namen in Erscheinung, die die Serie mit genialen Momenten etwas aufwerten. Zum Beispiel Peter Stormare als Czernobog, Gillian Anderson als Media und Orlando Jones als Mr. Nancy. Der Cast ist Großteils sehr gut gewählt.

  • Kameraarbeit und Optik

Es ist kaum zu glauben, wie gut die Serie für eine TV-Produktion aussieht. Natürlich werden die Standards für hochwertige Serien immer besser (und teurer), aber dennoch muss ich das Special-Effects-Team ein Lob aussprechen. Die gesamte Serie sieht fabelhaft aus. Das Verschwimmen von Realität zu den Traumwelten, die Fantasy-Elemente – der Kreativität wurde freien Lauf gelassen. In diesem Bereich macht die Serie vieles richtig.

  • Das erste Drittel

Speziell in den ersten drei Folgen macht das Verfolgen Spaß und das trotz der Tatsache, dass nicht klar ist was die Serie eigentlich erzählen will. Dennoch erkennt man die Idee und die finde ich eigentlich sehr spannend. In Kombination mit der grandiosen Optik und den großartigen Darstellern ist vor allem das erste Drittel absolut sehenswert.

WAS IST NEGATIV

  • Das zweite und dritte Drittel

Ist das vorher beschriebene erste Drittel vorbei, driftet die Inszenierung meiner Meinung nach ein wenig ab und wird immer konfuser. Viele Nebenhandlungen entstehen, viele Figuren tauchen auf – das Verfolgen der Geschichte wird mühsamer und langatmiger. Und eigentlich verfolgt man die Serie nur wegen Ian McShane.

  • Die Effekte

Diese sehen zwar an einigen Stellen sehr gut aus, aber immer wieder gibt es Ultra-Nahaufnahmen von Flüssigkeiten oder Lebewesen. Das mag zwar sehenswert sein, aber auf die Dauer sind diese Aufnahmen eher nervig. Zudem lenken sie etwas von der (nicht sehr verständlichen) Handlung ab und strecken die einzelnen Episoden in die Länge – Minuspunkte

  • Skurril und Blutig

Unglaublich wie viel Blut verwendet wurde. Dieses fließt literweise und das ist für mich an der Grenze zum Akzeptablen. Bei einer Amazon-Original-Serie gibt es keine Altersfreigabe und damit haben die Showrunner und Verantwortlichen viel Freiheit. Aber in diesem Fall haben sie es ein wenig übertrieben.

  • Folge 7

Ich habe keine Ahnung, was mir die Autoren in dieser Folge erzählen wollten. Ohne zu viel zu verraten, aber irgendwie war ich danach noch mehr verwirrter. Es geht um zwei bestimmte Figuren, wo eine Vorgeschichte in Form einer Rückblende erzählt wird. Bei dem einen Charakter fand ich es auch passend, beim anderen so gar nicht. Eine Folge zum Vergessen meiner Meinung nach.

FAZIT

Ob der Hype gerecht wird, kann ich nur mit einem „Jein“ beantworten. Grundsätzlich hat sie positive Ansätze, sieht an vielen Stellen für eine TV-Produktion sehr ordentlich aus und Ian McShane spielt die Rolle seines Lebens. Er trägt die gesamte Handlung auf seinen Schultern und nur wegen ihm schaut man sich die Serie an. Die Handlung ist wirr und selbst in späteren Folgen ist immer noch nicht klar was mir die Serie eigentlich erzählen will. Vor allem auch weil die Optik und spezielle Nahaufnahmen von dieser ablenken. Der in der Handlung beschriebene Krieg findet nach meinen Ansichten nach nur im Verborgenen statt oder beginnt erst. Somit wird die erste Staffel zu einer langatmigen Angelegenheit und ich kann sie nicht jedem Serienjunkie bedingungslos empfehlen. Ihr solltet wissen, auf was ihr euch einlässt. Diese Skurrilität und die bizarren Sequenzen sind nicht jedermanns Sache.

 

American Gods Staffel 1 bekommt mit Ian McShane Bonus 6/10 Götterpunkte.

 

Quelle Bild: http://www.superherohype.com/news/378631-american-gods-poster-you-are-what-you-worship#/slide/1

Advertisements

6 Gedanken zu “KRITIK: American Gods Staffel 1

    • Danke für dein Feedback und Lob. Im Grunde war es auch etwas positiv, eben wegen Ian McShane. Vielleicht ist es auch weniger wirr wenn man die Bücher gelesen hat, die ich aber nicht kenne 🙂
      L G
      Tom

    • Er hatte auf jeden Fall gute Momente aber iwie zündete es bei mir ab der Mitte nicht so. Wenn Ian McShane nicht wäre hätte ich sie vermutlich nicht zu Ende geschaut. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden 🙂

      • Ich hab zwar nach den ersten drei Folgen gar nicht kapiert, was das nun werden soll aber die Serie hat irgendwie was. Ich musste einfach weiterschauen.
        Nach dem Finale sag ich nur: Her mit der 2. Staffel 😆

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s