KRITIK: Die Mumie 2017

Universal plant großes. Ein Universum, in dem nur Monster und böse Kreaturen vorkommen – das Dark Universe. Ob dieses Universum auch so erfolgreich wird wie jenes von Marvel bleibt abzuwarten. Dieses Remake macht den Anfang und daher geht es in dieser Kritik um Die Mumie.

 

Originaltitel: The Mummy

Regie: Alex Kurtzman

Drehbuch: Jon Spaihts und Christopher McQuarrie

Produktion: Alex Kurtzman, Chris Morgan, Roberto Orci und Sean Daniel

Kamera: Ben Seresin

Musik: Brian Tyler

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HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Prinzessin Ahmanet alias die Mumie (Sofia Boutella), die vor 2000 Jahren einen Pakt mit dem ägyptischen Gott des Todes schließt. Mit dunkler Magie tötete die machthungrige Prinzessin ihren Vater, deren Frau und das Neugeborene Kind. Für diese Taten wurde sie lebendig mumifiziert und tief unter dem Sand weit weg von ihrer Heimat begraben. In der Gegenwart stößt der Abenteurer Nick Holden (Tom Cruise) durch Zufall auf den Sarkophag und befreit unfreiwillig die Mumie. Diese durstet nach Rache und Nick versucht sie gemeinsam mit der Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Wallis) aufzuhalten.

 

DREHBUCH UND STORY

Der Produzent von Die Unfassbaren 2, Alex Kurtzman, inszenierte den Start des Dark Universe. Er brachte gute Ideen mit hinein, aber so richtig konnte er sich auf kein Genre einigen.

Zu Beginn erleben wir den Prolog und die Einführung von Ahmanet. Diese ersten Minuten machen richtig viel Spaß, sind düster erzählt und wecken Hoffnung auf einen gelungenen Film. Doch dann wechselt der Film in die Gegenwart und versucht plötzlich Humor mit hinein zu bringen. Das hat leider nicht funktioniert, die Szenen von den Figuren Nick Holden und Chris Vail sind anstrengend zu verfolgen und nicht wirklich lustig.

Immer wieder versuchte ich zu verstehen, welchen Ton Alex Kurtzman einschlagen will. Die Inszenierung funktionierte für mich am besten, wenn der Ton düster wurde. Bei den (nicht sehr) lustigen Dialogen hoffte ich, dass diese bald zu Ende gehen.

Während der gesamten 111 Minuten wechselt der Regisseur immer wieder zwischen einer Action-Komödie, einem Horror-Film und sogar The Walking Dead – anders kann ich die Zombiewesen nicht beschreiben. Als Schauer hat man das Gefühl, die Inszenierung hat wenig mit dem Titel Die Mumie zu tun und das ist schade, denn dieses dunkle Universum kann etwas Großes werden.

Die guten Ideen, zum Beispiel die Vorgeschichte rund um die ägyptische Prinzessin, geraten nach Gedanken wie „Das habe ich schon gesehen“ und „das kenn ich doch aus diesem Film“ bald in den Hintergrund. Es wird wenig Innovatives geboten und auch der Ausgang ist leider ein wenig vorhersehbar. Das ist schade, der Film lässt viel Potenzial liegen. Figuren schöpfen auch nicht immer ihre volle Stärke aus und manche Dialoge sind sehr einfach gehalten.

 

DER CAST

  • Tom Cruise (Jack Reacher) als Nick Morton

Tom Cruise ist, egal was man von seinem Privatleben hält, immer ein Garant für tolle Actioneinlagen und auch in Die Mumie sorgt er für großartige Momente. Allein sein Stunt im abstürzenden Flugzeug ist Beweis genug, dass er im Bereich Action immer noch Top Leistungen bietet. Schön ist auch, dass seine Rolle anders ist als sonst. Er ist verwirrt, hat Visionen, wirkt nachdenklich. Leider bekommen wir keinen Hintergrund spendiert, wer Nick Morton ist. Schade, denn das sollte am Beginn eines neuen Filmuniversums eigentlich machbar sein.

  • Annabelle Wallis (King Arthur: Legend of the Sword) als Jenny Halsley

Mit dieser Figur hatte ich einige Probleme. Dargestellt wurde sie als die starke Archäologin, die ihrem Lebensziel hinterherläuft. Aber immer wieder erleben wir sie ängstlich und schreiend. Die Schauspielerin spielt hier an der Grenze zum Overacting und somit nicht sehr glaubhaft.

  • Soufia Boutella (Star Trek Beyond) als Prinzessin Ahmanet/Die Mumie

Bereits in Kingsman: The Secret Service war sie großartig und auch hier hat sie mir sehr gut gefallen. Auch wenn die Mumie nicht immer Gefahr ausstrahlt, verkörpert Boutella ihre Rolle sehr ordentlich. Sehr stark war auch ihre Performance, wenn sie auf alt-ägyptisch spricht, das wirkte schon ein wenig bedrohlich. In Summe eine sehr gute Leistung.

  • Weitere Charaktere

Russel Crowe (The Nice Guys) als Dr. Henry Jekyll, zu der Figur ich nicht viel sagen möchte. Crowe ist ein ausgezeichneter Schauspieler und ich fand, er hat seine Rolle solide gespielt. Es wäre aber mehr drinnen gewesen. An dieser Stelle freue ich mich, ihn in weiteren Produktionen zu sehen.

Weiters spielen noch Jake Johnson (Jurassic World) als Chris Vail und Courtney B. Vance (American Crime Story) als Colonel Greenway mit. Vor allem die Figur von Jake Johnson war leider sehr nervig zu verfolgen.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Auch wenn einige Effekte eher mittelmäßig ausschauen, die technische Umsetzung ist sehr gelungen. Vor allem die Umsetzung der weiblichen Mumie hat mir optisch sehr gut gefallen. Zudem baut der Film das Element Action perfekt in den Film ein. Der Flugzeugstunt sah sehr, sehr spektakulär aus. An dieser Stelle gibt es wenig zu kritisieren.

Das Szenenbild ist sehr abwechslungsreich. Der Film bietet tolle Wüstenbilder, unterirdische Grabmäler, Labore, die Straßen von England und noch viele mehr. Immer wieder kreierte die Kamera tolle und weite Landschaftsaufnahmen von der Wüste. Bei Dialogen ist sie etwas näher dran.

Die Musik stammt wieder einmal vom genialen Brian Tyler (Die Unfassbaren 2). Er schaffte es erneut, mir eine musikalische Gänsehaut zu verpassen. Seine epischen Trompeten- und Geigenmelodien passen perfekt zur Atmosphäre – Pluspunkte.

 

BEWERTUNG

Die Idee eines Dark Universe finde ich persönlich sehr gut und würde sich vom bereits bekannten Universum der Superhelden abgrenzen. Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben, denn Die Mumie ist bescheiden ausgefallen. Ein paar gute Ideen, die Leistung von Tom Cruise, die teilweise gelungene Optik und einige tolle, düstere Momente sorgen zumindest teilweise für Sehspaß. Dieser wird schnell minimiert, weil die Geschichte vorhersehbar ist und ich viele Dinge bereits wo anders gesehen habe. Er kann sich nicht entscheiden, ob er jetzt lustig sein will oder doch gruselig. Er war auf jeden Fall schaubar und keine Vollkatastrophe, aber ein Granatenfilm war er auch nicht – irgendwo dazwischen.

 

Die Mumie bekommt als Horror-/Abenteuer-/Action-Film in seinem Genre 5,5 / 10 Mumienpunkte

Die Mumie bekommt auf meiner allgemeinen Skala nur 4,5 / 10 Mumienpunkte

 

Quelle Bild: https://www.sf-fan.de/kinoposter/kinoposter-zu-die-mumie-2017.html

 

 

 

 

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