KRITIK: Die versunkene Stadt Z

Ein Mann, der seinen Familiennamen reinwaschen möchte, begibt sich auf eine Abenteuerreise in ein unbekanntes Dschungelgebiet um eine verborgene Stadt zu finden. In dieser Kritik geht es um Die versunkene Stadt Z.

Originaltitel: The Lost City of Z

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

Produktion: Brad Pitt, Marc Butan, Jeremy Kleiner, Dede Gardner und James Gray

Kamera: Darius Khondji

Musik: Christopher Spelman

versunkene stasdt z

HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Major Percy Fawcett (Charlie Hunnam), ein britischer Offizier mit wenig Chancen auf Anerkennung und einer großen Karriere auf Grund seiner Herkunft. Doch schon bald bekommt er die Möglichkeit seinen Namen reinzuwaschen. Er wird im Auftrag der Royal Geographic Society in den unbekannten Dschungel von Bolivien geschickt, um im Amazonasgebiet Karten zu erstellen. Ein gefährlicher Auftrag, an jeder Ecke lauern Gefahren. Bei der langwierigen Expedition stößt Percy plötzlich auf Hinweise einer Existenz einer noch unbekannten Zivilisation. Zurück in England glaubt ihm niemand und jeder hält ihn für verrückt. Doch er ist felsenfest überzeugt von dieser verschollenen Stadt, die er „Z“ tauft und bricht immer wieder in den Dschungel auf, um der Erste zu sein der diese Stadt entdeckt. Weit weg von seiner Heimat, seiner Frau Nina (Sienna Miller) und seinem Sohn Jack (Tom Holland).

DREHBUCH UND STORY

Wenn man sich die Trailer ansieht, sieht es wie ein spannender Abenteuerfilm im Stile von Indiana Jones aus. Regisseur James Gray (Blood Ties) inszenierte die wahre Geschichte, die auf den gleichnamigen Roman von David Grann basiert. Spannend würde ich ihn aber nicht nennen.

Der Film hat einige Probleme, weil er gefühlt sich nicht entscheiden kann was er sein will. Zu Beginn wird die Geschichte rund um Percy Fawcett eingeführt. Seine Tätigkeiten als britischer Offizier, seine Familiengeschichte und wie er schließlich von der Royal Geographic Society in den Dschungel geschickt wurde. Zu Beginn macht das Verfolgen der Geschichte auch Spaß, vor allem wenn er dann in den Dschungel reist und die unbekannte Welt gezeigt wird. Das Abenteuerfeeling geht aber nach spätestens einer Stunde ein wenig verloren, ab diesem Zeitpunkt zieht sich der Film und schlägt in Richtungen ein, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte.

Am unpassendsten fand ich die 20 bis 30 Minuten im ersten Weltkrieg. Mir ist schon bewusst, dass die Hauptfigur ein Soldat ist aber mit der eigentlichen Geschichte hat diese Sequenz wenig zu tun. Und warum wird eine Wahrsagerin eingebaut, die Percy erzählt er soll unbedingt in den Dschungel gehen, weil es sein Schicksal ist. Aber ist es nicht genau das, was der Film im Voraus vermitteln will? Dass er von der Leidenschaft und den Willen eines Mannes erzählt, eine unbekannte Stadt zu finden und dadurch auch sein Familienleben aufs Spiel setzt und riskiert seine Kinder würden ihn nicht mehr erkennen, wenn er zurückkommt?

Die Dialoge haben mir im Großen und Ganzen gefallen, sie gaben einen guten Einblick in die Gefühlslage eines Menschen der sich entscheiden muss zwischen der Tatsache, dass er seinen Namen reinwaschen kann und seinem Familienleben, welches er dadurch aufgeben muss.

DER CAST

  • Charlie Hunnam (Sons of Anarchy) als Major Percy Fawcett

Der aus dem Serienbereich bekannte Darsteller fasst immer mehr in Hollywood-Blockbustern und -Filmen Fuß und schraubt so seinen Bekanntheitsgrad in die Höhe. Er spielte unter anderem in Pacific Rim und Crimson Peak mit, in denen er recht solide Leistungen gezeigt hat. Seine Rolle als Percy Fawcett verkörpert er dagegen sehr stark, ich glaube ihm seine Gewissensbisse als er in den Dschungel fährt und seine Familie jedes Mal zurücklässt. Er nimmt für eine unbekannte Sache in Kauf, dass er seine Kinder nicht aufwachsen sieht und Percy riskiert sogar seinen Tod. Alles für den Willen diese eine versunkene Stadt als erster Mensch zu finden.

  • Sienna Miller (Live by Night) als Nina Fawcett

Ich muss zugeben, dass ich nicht viele Filme von ihr gesehen habe, ihre Leistungen haben mich so wie in Live by Night aber überzeugt. Als Frau von Percy kann sie ebenso überzeugen und ist ein wenig die moralische Instanz. Die, die ihren Mann daran erinnert, dass er seine Kinder nicht aufwachsen sieht. Die aber auch weiß: es ist das Schicksal und der Wunsch von ihrem Mann, immer wieder in den Dschungel zu fahren um die Stadt zu finden.

  • Robert Pattinson (Twilight) als Henry Costin

Als ich seinen Namen gelesen habe, war ich skeptisch. Der Star der Twilight-Saga hat mich aber sehr positiv überrascht und zeigt eine grandiose Performance. Er verkörpert Henry Costin, der Sekretär und langjähriger Wegbegleiter von Percy. Eine Figur, die zurückhaltend wirkt und nicht viel spricht. Die aber eine ähnliche Leidenschaft für die versunkene Stadt in sich trägt wie Percy. Fast die beste Leistung in diesem Cast.

  • Tom Holland (The First Avenger: Civil War) als Jack Fawcett

Der neue Spider-Man Darsteller kann nicht nur in ein Kostüm steigen, kämpfen und freche Sprüche klopfen, er kann auch in eine ernstere Rolle schlüpfen und richtig gut Schauspielen. Als ältester Sohn von Percy fühlt er sich entfremdet von seinem Vater und er entwickelt leichte Hassgefühle für ihn, da er nicht oft zu Hause ist. Doch nach und nach respektiert er die Taten seines Vaters und eines Tages macht er sogar selber den Vorschlag mitzufahren.

  • Weitere Charaktere

Der Hauptcast spielt großartig auf, aber auch die vielen Nebenfiguren sind gut gewählt. Zum Beispiel Angus MacFadyen (Copperhead) als James Murray, der als einer der Wenigsten überzeugt ist es könnte diese Stadt wirklich geben.

Außerdem ist Edward Ashley (im Herzen der See) als Arthur Manley mit dabei. Ebenfalls ein treuer Wegbegleiter auf den Expeditionen von Percy Fawcett.

  • TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Technisch ist der Film sehr gelungen, die Filmemacher hätten mehr aus dem Dschungelfeeling herausholen können. Dennoch war ich zufrieden, die digitale Effekte wurden komplett ausgelassen und nur natürliche Sets verwendet – zumindest wäre mir kein CGI aufgefallen. Der Film spielt Anfang des 20. Jahrhunderts und das wurde mit den Autos, der Kleidung und so weiter perfekt umgesetzt.

Die Kameraarbeit von Darius Khondji (Irrational Man) ist recht ruhig gehalten. So vorsichtig wie das Forschungsteam den Fluss im Amazonasgebiet erkundet so vorsichtig begleite die Kamera das Geschehen. Es gibt immer wieder spektakuläre Aufnahmen vom Dschungel, wo selbst im Kinosaal die hohe Temperatur spürbar ist. In England ist das Kamerabild sehr kalt und grau gehalten. Das Szenenbild ist entweder der Dschungel, Dörfer von Ureinwohnern oder eben die einfachen Behausungen der Zeitepoche und sogar am Schlachtfeld des ersten Weltkrieges.

Die Musik von Chrisopher Spelman (The Immigrant) war soweit in Ordnung. Nicht sehr spektakulär aber auch nicht mies. Er bleibt nach dem Kinobesuch nicht sehr lange im Kopf.

BEWERTUNG

Der Film hatte von Start weg hohes Potenzial, leider schöpft er dieses nicht aus. Er kann sich nicht entscheiden, ob er ein Abenteuerfilm, ein Drama oder sogar Kriegsfilm sein will. Diese Mischung in einem Film war zu viel, einige Szenen wurden dadurch in die Länge gezogen und daher sind die 140 Minuten viel zu lang. Schade, denn die Schauspieler und Schauspielerinnen machen einen großartigen Job und auch die Kameraführung und die Settings machen sehr viel Laune. Somit fällt diese Inszenierung von James Gray in die „kann geschaut werden, muss aber nicht“ Kategorie. Dennoch gibt es von mir im Genre eine leicht positive Bewertung.

Die versunkene Stadt Z bekommt als Abenteuerfilm mit Dramaelementen 6/10 Dschungelpunkte

Die versunkene Stadt Z bekommt auf meiner allgemeinen Skala 5/10 Dschungelpunkte

Quelle Bild: https://www.cinemaxx.de/bremen/kinoprogramm/film/die-versunkene-stadt-z/23424

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