KRITIK: POWER RANGERS

Nach einigen Filmen und einer Fernsehserie kommt nun eine Neuverfilmung. Die allseits bekannte Geschichte von fünf unterschiedlichen Teenagern, die zufällig zu Superkräften kommen. In dieser Kritik geht es um Power Rangers.

 

 

Originaltitel: Power Rangers

Regie:   Dean Israelite

Drehbuch: John Gatis

Produktion: Haim Saban, Brian Casentini, Marty Bowen und Wyck Godfrey

Kamera: Matthew J. Lloyd

Musik: Brian Tyler

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HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von den fünf Teenagern Jason Scott, Kimberly „Kim“ Hart, William „Billy“ Cranston, Trini Kwan und Zack Taylor. Sie alle wohnen in dem gleichen Städtchen Angel Grove, müssen in einem speziellen Schulprogramm nachsitzen und haben im Grunde nichts miteinander zu tun. Eines Tages finden sie in einer alten Mine Powermünzen, magische Artefakte die ihnen Superkräfte verleihen. Sie haben aber nicht nur Kräfte bekommen, sie entdecken auch das alte Raumschiff von Zordon (Bryan Cranston) – der frühere rote Ranger. Die fünf Teenager müssen so schnell wie möglich ihre Fähigkeiten erlernen, denn auch die böse Rita Repulsa (Elizabeth Banks) ist durch die Münzen erwacht und will mit ihrer gesamten Macht die Rangers vernichten.

 

DREHBUCH UND STORY

Der junge Regisseur Dean Israelite (Project Almanac) bekam die Verantwortung, die Neuverfilmung zu inszenieren. Herausgekommen ist eine Art Superheldenfilm, der sich nicht entscheiden kann was er eigentlich sein will.

Das ist eigentlich das Hauptproblem des Filmes. Zu Beginn wirkt er wie eine Art Teenagerromanze. Wir erleben die fünf Hauptfiguren und deren Hintergründe, wie sie zu ihren Kräften kommen und versuchen mit ihnen umzugehen. Zudem wird eine Pseudo-Liebesgeschichte eingeführt, die für mich nicht wirklich hineinpasst. Bis es zur eigentlichen Action kommt und sie zu den Power Rangers werden, dauert es fast 80 Minuten und das ist dann für die Einführung der Figuren viel zu lang. Die gesamte Action findet dann in den letzten 20-30 Minuten statt und somit stimmt die Balance einfach nicht. Als die Figur Rita Repulsa erscheint, haben Schauer das Gefühl kurzfristig einen Horrorfilm zu schauen – sie sieht doch sehr furchteinflößend aus. Somit haben wir eine Mischung aus Superheldenfilm, Teenagerromanze, Horrorfilm und ein bisschen auch Transformers – für junge Zuschauer ein klein wenig zu schaurig, für Erwachsene vielleicht etwas zu seicht.

Das ist schade, denn in Summe fühlte ich mich gut unterhalten und der Film hat durchaus seine positiven Seiten. Die Einführung der Figuren ist notwendig, vor allem weil die Filmemacher neue junge Gesichter präsentiert haben. Sie ist nur zu lang ausgefallen, an dieser Stelle wäre weniger mehr gewesen. Positiv anzumerken ist auch der Humor, den finde ich großartig. Meistens geht dieser von der Figur des Billy Cranston aus, der mit seinen Sprüchen für Gelächter im Kinosaal sorgt. Die Dialoge an sich sind recht solide ausgefallen, die eine oder andere Figur zu klischeehaft. Es wäre aber viel mehr drinnen gewesen, hätten sich die Filmemacher mehr darauf konzentriert was die Power Rangers ausmacht.

 

DER CAST

  • RJ Cyler (Ich und Earl und das Mädchen) als Billy Cranston/Blauer Ranger

Seine Leistung hat mir vom gesamten Cast am besten gefallen. Er hat als einer der wenigsten geschauspielert und seine humorvollen Sprüche lockerten die eher durchschnittliche Story mehr als nur auf. Billy ist ein kleiner Technicknerd, ein Außenseiter der dauerhaft schikaniert wird. Mit der Zeit und dem Erhalten der Kräfte steigt sein Selbstvertrauen und die Entwicklung von ihm hat mir gut gefallen.

  • Dacre Montgomery als Jason Scott/Roter Ranger

Der zweite im Bunde, dessen Leistung in Ordnung ist. Jason bekommt etwas mehr Hintergrundinformation spendiert, dass er früher Footballspieler war und eine Karriere als Profi nicht möglich ist. Mit der Zeit entwickelt er sich zum Anführer der Ranger. Es wäre viel mehr drinnen gewesen, aber die Charakterzeichnung ließ nicht mehr zu.

  • Bryan Cranston (Trumbo) als Zordon

Zordon ist der früherer Rote Ranger, der vor vielen, vielen Jahren die fünf Münzen versteckt hat. Solange, bis sie jemand findet der es wert ist ein Power Ranger zu werden. Cranston ist die meiste Zeit über digital zu sehen und somit nicht in menschlicher Form. Was schade ist, wenn du als Filmemacher so einen großartigen Schauspieler engagierst. Hier hätte man jeden x-beliebigen nehmen können.

  • Elizabeth Banks (Tribute von Panem) als Rita Repulsa

Für mich einer der schlechtesten Leistungen überhaupt die ich je in einem Film gesehen habe. Die Figur Rita Repulsa, der weibliche Erzfeind der Rangers, ist durch und durch böse. Kein Ansatz von Tiefe und dann wurde sie auch noch zu düster dargestellt – fast schon wie in einem Horrorfilm. Hat mir persönlich überhaupt nicht gefallen.

  • Weitere Charaktere

Die weiteren Ranger sind: Becky G (Empire) als Trini Kwan/Gelber Ranger, Naomie Scott (69 Tage Hoffnung) als Kimberly Hart/Pinker Ranger und Ludi Lin (Monster Hunt) als Zack Taylor/Schwarzer Ranger. Alle drei mit nicht sehr auffälligen Leistungen ihrer teilweise sehr klischeehaften Figuren.

Außerdem ist noch Bill Hader (BFG) im Cast mit dabei, der eine Sprechrolle bekommen hat. Er spricht den Roboter Alpha 5.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Was den technischen Aspekt betrifft bin ich etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite gibt es hochwertige Bilder, Settings und Kamerafahrten. Auf der anderen Seite wurde es an manchen Stellen zu traschig, was nicht in das Gesamtbild passt. Wie bereits erwähnt kann sich der Film eben nicht entscheiden was er will. Das ist speziell bei der Action zu merken, die sehr spät kommt dafür aber gewaltig und sehr gelungen. An manchen Stellen erinnert es ein wenig an Transformers.

Die Effekte sind teilweise gelungen und teilweise, wie bei dem großen goldenen Monster weniger. In Summe aber recht ordentlich. Die Kameraarbeit ist hochwertig an vielen Stellen, manche Szenen werden von weiter weg gefilmt. Viele Szenen spielen sich in der Schule ab und auf dem Gelände der alten Mine, wo die Teenager ihre Kräfte ausprobieren.

Die Musik von Brian Tyler (Die Unfassbaren 2) ist großartig. Der orchestrale Soundtrack ist ruhig, düster und mit schönen Melodien garniert. Zwischendurch gibt es ein paar, ich nenne es mal traschige Lieder. Dennoch gibt es für die Musik Pluspunkte.

 

BEWERTUNG

Der Film hat ein Grundproblem, er kann sich nicht entscheiden was er will. Er ist zum einen Teenagerfilm, zum anderen ein wenig Transformers. Die Story wird viel zu lang aufgebaut, die Action kommt zu kurz dafür aber sehr ansehnlich und die fünf Teenager werden erst sehr spät zu den Rangers. Schwer zu sagen, wem ich diesem Film empfehlen kann. Für mich war er in Summe recht ordentlich und darum gibt es im Genre eine positive Bewertung.

Power Rangers bekommt als Action/Superheldenfilm 6/10 Rangerspunkte.

Power Rangers bekommt auf meiner allgemeinen Skala 5/10 Rangerspunkte.

 

Quelle Bild: http://www.comingsoon.net/movies/news/813273-power-rangers-and-zords-together-in-the-new-international-poster#/slide/1

 

 

 

 

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