KRITIK: The Lego Batman Movie

Nach dem überraschenden Erfolg von The Lego Movie lag es auf der Hand, dass bald ein erstes Spin-Off in die Kinos kommt. Dieses Mal steht der beliebteste Superheld von DC Comics im Mittepunkt, der abermals gegen den Joker kämpft. In dieser Kritik geht es um The Lego Batman Movie.

 

Originaltitel: The Lego Batman Movie

Regie: Chris McKay

Drehbuch: Seth Grahame-Smith, Chris McKenna und Erik Sommers

Produktion: Roy Lee, Dan Lin und Phil Lord

Musik: Lorne Balfe

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HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte von Batman (Stimme in OV Will Arnett/Stimme in deutscher Fassung David Nathan), gefeierter Held von Gotham City, da er wieder einmal die Stadt gerettet hat. Doch der Schein trügt, denn zu Hause führt er ein einsames Leben. Eines Tages adoptierte er als Bruce Wayne aus Versehen den Waisenjungen Dick Grayson (Michael Cera/Lucke Mockridge), um den er sich plötzlich kümmern muss. Dabei hat er für Erziehung keine Zeit, weil der Joker (Zach Galifianakis/Erich „Gronkh“ Range) dem dunklen Ritter unbedingt beweisen will, dass er der gefährlichste Bösewicht aller Zeiten ist.

 

DREHBUCH UND STORY

Batman bekommt seinen eigenen Lego-Auftritt, nachdem die Figur bereits in The Lego Movie brilliert hat. Regisseur Chris McKay hat nicht nur eine klassische Superheldengeschichte inszeniert, sondern er hat sich auch mit der Psyche von Batman beschäftigt.

Wir erleben den dunklen Ritter daher nicht nur als Helden der von der Stadt Gotham geliebt wird, sondern auch als eine Person, die allein nachts durch Wayne Manor streift, allein isst und Film schaut und keine Freunde haben will. Seine einzige Angst ist wieder eine Familie zu haben, diese Angst kaschiert er gern mit lockeren und humorvollen Sprüchen. Batman ist dadurch nicht teamfähig, beziehungsweise lässt er sich nicht von anderen Leuten helfen. Die Dialoge sind dabei gut geschrieben und sie vermitteln dabei auch schöne Werte von denen sich sowohl die kleinen als auch die großen Zuschauer etwas mitnehmen können.

Ein Lego-Film lebt aber auch von seinem Humor und den gibt es reichlich. Schon zu Beginn, und ich meine wirklich zu Beginn, bevor der Film überhaupt erst anfängt, wird ein Gag nach dem anderen herausgeschossen was zu dauerhaften Lachkrampf führt. Dieser wird über den gesamten Film fortgesetzt und speziell die Batman-Filme werden dabei aufs Korn genommen – vor allem der aus den 60er Jahren mit Adam West. Kenner all dieser Filme und von den Figuren aus dem DC-Universum kommen dabei voll auf ihre Kosten. Junge Kinobesucher werden aber auch zufrieden den Kinosaal verlassen, denn für sie gibt es genauso viele lustige Szenen und Dialoge.

Die Inszenierung ist hervorragend ausgefallen. Das Tempo ist irrsinnig hoch, nicht nur bei den Gags. Bei den Szenen mit Batman wie er allein durch sein Anwesen streift wird das Tempo herausgenommen, was an der einen oder anderen Stelle zu kleinen Durchhängern führt – das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Genauso wie, dass der Film gegen Ende zu einem klassischen Superhelden-Film wird und somit die neuen Wege, die er zu Beginn geht, etwas in den Hintergrund geraten. In Summe ist er aber ein großer Spaß, ich fühlte mich extrem gut unterhalten, musste viel Lachen und bin auch beim zweiten Mal schauen nicht enttäuscht worden.

 

DIE SYNCHRONSTIMMEN

An diesem Punkt möchte ich kurz erwähnen, dass ich sowohl die deutsche als auch die englische Version gesehen habe. Die Originalversion ist dabei um Welten besser. Angefangen bei Will Arnett, der wieder Batman spricht. Mit sehr tiefer Stimme haut er seine Sprüche raus und wirkt dabei cool und überhaupt ist Batman der Allerbeste. Super Leistung von dem Schauspieler, genauso wie jene von Zach Galifianakis. Er spricht den Joker sehr gut und er schafft es, die schnellen launischen Wechsel des verrückten Bösewichtes glaubhaft rüberzubringen. Weitere Synchronrollen in der OV: Ralph Fiennes spricht Alfred Pennyworth, Michael Cera den jungen Dick Grayson alias Robin und Rosario Dawson synchronisiert Barbara Gordon alias Batgirl. Alle machen einen großartigen Job, die Synchronisationen sind auf seinem sehr hohen Niveau und es macht Laune als Zuschauer.

Probleme habe ich mit der deutschen Besetzung. Nicht mit David Nathan, der Batman spricht. Er hat schon viele Rollen gesprochen, ist unter anderem der Hauptsynchronsprecher von Johnny Depp und spricht viele Hörspiele und -bücher. Er macht das großartig und ich war mit seiner Leistung zufrieden. Allerdings ist auch bei The Lego Batman Movie ein gewisser Trend erkennbar, dass Rollen mit „Promis“ besetzt werden die keine Erfahrung beim Synchronisieren haben – Stichwort Gronkh. Bekannt als Erich Range und für seine Lets-Plays auf Youtube, der in der deutschen Version den Joker spricht. Es passte leider nicht, sowohl von der Stimmlage als auch von den Emotionen. Und ich merke als Schauer, dass er wenig Erfahrung in dieser Sparte hat. Er persönlich kann nichts dafür, weil er die Anweisungen bekommt wie er seine Sätze zu sprechen hat. Warner Bros. sind die, die sich hinterfragen müssen. Na gut, sie werden mit dieser Entscheidung viel mehr Leute in die Kinos bringen weil Gronkh einen Namen hat. Aber wieso besetzt man eine Hauptrolle mit einem Prominenten, der kaum Erfahrung hat und es in Deutschland (das Land gilt als Synchronweltmeister, Anm.) so großartige SynchronsprecherInnen hat. Ich werde es vermutlich nie verstehen und aus diesem Grund schaue ich Animationsfilme nur in der OV.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Es ist schon erstaunlich, wie hochwertig dieser Lego-Film animiert ist und wie großartig der gesamte Look aussieht. The Lego Batman Movie setzt noch einmal einen drauf und erhöht die Action-Elemente – es gibt Verfolgungsjagden, Explosionen und Nahkampfsequenzen zu bestaunen. Fast wie in einer realen Comic-Verfilmungen, nur eben in Legoformat.

Die Kamera ist sehr dynamisch und fängt das irrsinnige Tempo gut ein, hektisch wird sie aber nie. In den nachdenklichen Szenen mit Batman ist sie ruhig. In Summe sehr hochwertig, düsterer als The Lego Movie obwohl es zwischendurch schon ein paar quitschbunte Bilder verwendet wurden.

Der Soundtrack stammt von Lorne Balfe (Madagascar 3), eine Mischung aus orchestralem Sound und Popsongs für die kleinen Kinobesucher. An manchen Stellen war der Sound etwas zu laut im IMAX Saal, dass ich von den Dialogen wenig mitbekommen habe. Aber ansonsten passt die Musik sehr gut.

 

BEWERTUNG

Für The Lego Batman Movie muss ich zwei Wertungen im Genre abgeben. Gleich vorweg, die deutsche Version bekommt von mir nur 8 von 10 möglichen Punkten, weil die Besetzung von Gronkh als Joker einfach fehl am Platz war.

Schade, denn ansonsten macht der Film großen Spaß. Die Animationen sind sehr gut ausgefallen, der Humor ist großartig, die Dialoge vermitteln die eine oder andere Message und die Action haut einem aus dem Kinosessel dafür, dass es ein Lego-Film ist. Das Tempo und die Gagdichte ist hoch, der Soundtrack passend. Für mich ein Anwärter für meinen persönlichen besten Animationsfilm 2017 – natürlich die originale Version.

The Lego Batman Movie bekommt als Animationsfilm 9,5/10 Batman-Punkte.

The Lego Batman Movie bekommt auf meiner allgemeinen Skala 9/10 Batman-Punkte.

 

EURE MEINUNG

Das war meine Kritik zu The Lego Batman Movie und jetzt interessiert mich wieder eure Meinung. Habt ihr den Film schon gesehen und wie fandet ihr ihn? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Twitter und Facebook. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

 

Quelle Bild: http://www.comingsoon.net/movies/news/790997-lego-batman-movie-characters#/slide/1

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