KRITIK: Assassins Creed

 

Eine weitere Videospielverfilmung findet den Weg in die Kinos. Dieses Mal versucht Ubisoft eine ihre bekanntesten Spielereihen filmisch umzusetzen. Mit einer neu geschriebenen Geschichte und ein paar Neuerungen. In dieser Kritik geht es um Assassins Creed.

 

 

Originaltitel: Assassins Creed

Regie: Justin Kurzel

Drehbuch: Adam Cooper, Bill Collage und Michael Lesselie

Produktion: u.a. Michael Fassbender, Frank Marshall, Arnon Milchan und Patrick Crowley

Kamera: Adam Arkapaw

Musik: Jed Kurzel

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©20th Century Fox

HANDLUNG

Callum Lynch (Michael Fassbender) soll hingerichtet werden. Doch stattdessen wacht er in einer geheimen Einrichtung namens Abstergo auf. Die Wissenschaftlerin Dr. Sophia Rikkin (Marion Cotillard) erklärt ihm, warum er dort gelandet ist. Es gibt eine Möglichkeit, mit einem speziellen Gerät namens Animus Geschehnisse seiner eigenen Vorfahren zu erleben und Callum hat solche in Spanien des 15. Jahrhunderts – zur Zeit der spanischen Inquisition.

Seine DNA wurde bis in diese Zeit zurückverfolgt, bis zum Zeitalter der Assassinen. Callum ist Nachfahre des Assassinen Aguilar und soll mit Hilfe des Animus ein bestimmtes Artefakt aufspüren. Während seiner Zeit im Animus und bei Abstergo erfährt Callum nicht nur, was die wahren Absichten von dieser Firma sind, sondern er erlernt auch die Fähigkeiten eines Assassinen.

 

DREHBUCH UND STORY

Regisseur Justin Kurzel (Macbeth) inszenierte eine sehr sehenswerte Videospielverfilmung, die aber Schwächen in der Story aufweist.

Diese beginnt mit der Einführung des Assassinen Aguilar und des jungen Callum Lynch. Somit bekommen wir schon zu Beginn eine Verbindung zum Geschehen. Der Verlauf der Geschichte ist ab diesem Zeitpunkt speziell für die Gamer unter den Kinobesuchern schön zu verfolgen. Der Wechsel zwischen der Jetztzeit und der spanischen Inquisition gelingt sehr gut, auch wenn die Szenen die im 15. Jahrhundert spielen durchaus mehr ausfallen hätten können. Diese sind es auch, die am meisten Spaß machen und an Tempo, Action und Spektakel kaum zu überbieten sind. Natürlich hätten die Filmemacher mehr Hintergrundinformationen von Aguilar präsentieren können, aber ich fand es dennoch passend.

Die Schwachstelle ist das Drehbuch und die Story in der Jetztzeit, allerdings ist diese an die Spiele angelehnt und letztendlich war ich auch damit zufrieden. Auch bei diesen gibt es einen modernen Templer der auf der Suche nach dem mächtigen Artefakt ist, welches ich hier nicht verraten werde. Mit Hilfe des Animus können Menschen Geschehnisse auf Grund ihrer DNA von ihren Vorfahren nacherleben. Mit diesem Gerät können auch bestimmte Artefakte, und sind sie noch so bedrohlich, aufgespürt werden. Die Dialoge sind nicht sehr tiefgründig aber in Ordnung und an manchen Stellen etwas langatmig. Kinobesucher, die die Spiele nicht kennen, könnten aber durchaus Probleme bekommen mit den gesamten Fachbegriffen und nicht ganz realistischen Erklärungen. Man sollte sich schon etwas auf die Geschichte einlassen und dann werdet ihr euren Spaß haben.

Das Ende hat mir besonders gut gefallen und hier kam das klassische Assassinen-Gefühl so richtig auf. Nur so viel: Fassbender infiltriert ein Gebäude um eine bestimmte Person zu töten. Das war Klasse inszeniert und ergibt einige Pluspunkte.

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©20th Century Fox

DER CAST

Hochkarätiger Cast in eher einfach strukturierteren Figuren.

  • Michael Fassbender (X-Men: Apocalypse) als Callum Lynch/Aguilar

Er zeigt wieder einmal eine starke Leistung. Angefangen von bösen Blicken als Mörder über verwirrte und wahnsinnige Mimiken nachdem er von Abstergo gezwungen wird in den Animus zu steigen bis hin zur Ausbildung als Assassine der Neuzeit. Als Aguilar hat er etwas weniger zu tun da das Drehbuch hier wenig hergibt was Charakterentwicklung betrifft. Aber seine Action-Szenen sind dafür ums spektakulärer. Für mich die beste Leistung.

  • Marion Cotillard (Allied) als Dr. Sophia Rikkin

Marion ist eine großartige Schauspielerin und sie bemüht sich sehr, das Beste aus ihrer Figur herauszuholen. Sie ist die Wissenschaftlerin, die das Animus-Programm bei Abstergo leitet und somit viel in Kontakt mit Callum Lynch ist. Außerdem ist sie ein wenig im Clinch mit ihrem Vater und ihr Ansehen bei den Ältesten der Templer ist nicht das Beste. Einfache Figur mit wenig Spielraum zur Entwicklung aber dennoch eine recht ordentliche Leistung.

  • Jeremy Irons (High Rise) als Dr. Alan Rikkin

Diese Figur ist Hardcore-Gamern aus dem allerersten Assassins Creed Spiel bekannt. Jeremy Irons bekommt nicht sehr viel Möglichkeiten seine Schauspielkunst zu zeigen. Rikkin ist der CEO von Abstergo und somit ein hohes Tier bei den Templern. Er macht seiner Tochter Druck um dieses bestimme Artefakt zu finden. Er beobachtet, verhandelt mir Callum und hält eine Rede. Fand seine Leistung solide.

  • Weitere Charaktere

Brandan Gleeson (Suffragette – Taten statt Worte) ist ebenfalls im Cast mit dabei, in welcher Rolle möchte ich aber nicht verraten. Jedenfalls hat mir seine kurze Nebenrolle sehr gefallen und war überrascht als er aufgetaucht ist.

Ariane Labed (The Lobster) verkörpert den weiblichen Assassinen Maria zur Zeit der spanischen Inquisition. Sie hat viele coole Action-Sequenzen und nur wenig Dialoge.

Charlotte Rampling (Broadchurch) als Ellen Kaye, ein Ratsmitglied der Templer, Michael K. Williams (Triple 9) als Moussa und Denis Menochet (Die Tänzerin) als McGowan haben auch Rollen bekommen.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

An dieser Stelle macht der Film alles richtig. Die Optik ist mehr als gelungen, die visuelle Umsetzung des Animus und den Wechsel von der Jetztzeit in das 15. Jahrhundert ist sehr beeindruckend. Wenn Aguilar zum Beispiel einen Turm hinauf klettert wechselt die Szenerie in die moderne Zeit wo die Schauer sehen wie Fassbender als Lynch mit dem Greifarm auf seiner Hüfte die gleichen Bewegungen macht. Zufrieden bin ich auch mit der Umsetzung des Spielprinzips. Neben dem Animus (im Spiel ist es eine Art Liegestuhl) gibt es noch Verfolgungsjagden über Hausdächer, Sprünger über Häuserschluchten, Nahkampfattacken mit Schwertern und Lanzen, die versteckte Klinge und natürlich der Todessprung.

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©20th Century Fox

Die Kameraarbeit ist ebenfalls spektakulär, speziell in der Vergangenheit. Immer wieder weitläufige Kamerafahrten über historische Städte und der für diese Serie typische Adler wird auch oft gezeigt. In der Gegenwart ist die Kamera eher ruhig und nur dann dynamisch, wenn Fassbender im Animus gezeigt wird. Das Szenenbild ist daher sehr karg und steril wenn wir uns in der Abstergo-Einrichtung befinden und in Spanien bekommen die Bilder einen sandigen Touch. Dazu ist die Kamera oft mittendrinnen im Geschehen und zeigt die Action aus nächster Nähe ohne dabei zu hektisch zu werden.

Der Soundtrack gefällt mir auch ausgesprochen gut. Mit bombastischen, dröhnenden Klängen wird die spanische Inquisition und die Kämpfe der Assassinen eindrucksvoll untermalt. Große Pluspunkte an dieser Stelle.

 

BEWERTUNG

Es wurde viel über diesen Film diskutiert und ich habe nach dem Kinobesuch Kritiken gelesen und gehört, die eher negativ waren. Ich für meinen Teil war sehr zufrieden mit der Umsetzung. Das Spielprinzip wurde sehr gut umgesetzt – wir bekamen die geballte Ladung Parcours-Running, Verfolgungsjagden über Häuser und Straßen, Luftattentate und den Todessprung. Die Handlung in der Gegenwart hätte durchaus mehr hergeben können, dennoch war sie originalgetreu der Spielereihe. Nur die Geschichte in der spanischen Inquisition wurde extra für den Film neu geschrieben.

Die SchauspielerInnen machen alle einen guten Job, allen voran Michael Fassbender. Marion Cotillard und Jeremy Irons leiden ein wenig an den einfachen Rollen holen aber noch viel heraus. Action, Kamerafahren, Soundtrack – alles sehr bombastisch eingefangen. Für Gamer ist der Film auf jeden Fall sehenswert und ich denke, dass viele zufrieden sein werden. Kinofans, die zum ersten Mal in Berührung mit dieser Thematik kommen, die müssen sich auf die teils unrealistischen Erklärungen einlassen damit sie ein tolles Filmerlebnis haben. Ansonsten kann es auch hier langatmig werden. Den Gang in das Kino empfehle ich aber ohne weiteres.

Assassins Creed bekommt als Videospielverfilmung/Action-Sci-Fi Film 7,5 / 10 Assassinenklingen

Assassins Creed bekommt auf meiner allgemeinen Skala 6,5 / 10 Assassinenklingen

 

EURE MEINUNG

Das war meine Kritik zu Assassins Creed. An dieser Stelle interessiert mich wieder eure Meinung. Seid ihr Fans der Spielereihe oder kennt ihr die Grundmechaniken des Games? Werdet ihr euch den Film anschauen und wie fandet ihr die Umsetzung des Spielprinzips? Alle Eure Meinungen in die Kommentare oder kontaktiert mich auf Twitter und Facebook. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

 

3 Gedanken zu “KRITIK: Assassins Creed

  1. Ich wollte Fassbender mit ausgebreiteten Armen auf einem Turm stehen sehen, ehe er sich pfeilschnell hinunter stürzt und über die Häuserdächer fliegt – das hab ich bekommen. Außer schönen Verfolgungsjagden hatte ich kaum Erwartungen.

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