KRITIK: Marvel’s Doctor Strange

Marvel fügt einen weiteren Superhelden in ihr Cinematic Universe ein und es erwartet uns etwas ganz Neues – Magie, Zeitdimensionen, Parallelwelten. Ein ehemaliger, arroganter Arzt wird zum obersten Beschützer der Erde von Gefahren aus anderen Welten. In dieser Kritik geht es um Doctor Strange.

Originaltitel: Doctor Strange

Regie: Scott Derrickson

Drehbuch: Scott Derrickson, Jon Spaihts und C. Robert Cargill

Produktion: Kevin Feige

Kamera: Ben Davis

Musik: Michael Giacchino

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HANDLUNG

Doctor Stephen Strange (Bennedict Cumberbatch) ist ein grandioser aber arroganter Neurochirurg, der schon viele Leben gerettet hat. Er wohnt in einer Luxuswohnung, fährt teure Autos und alles dreht sich nur um ihn. An einem Abend hat er einen Autounfall und seine Hände werden dadurch schwer verletzt. Da er durch diesen Unfall seinen Beruf als Chirurg nicht ausüben kann, versucht er auf eigenen Faust seine eigenen Hände zu heilen. Als es aber keinen Ausweg mehr gibt, reist er ins ferne Nepal um einen Spezialheiler aufzusuchen.

Die sogenannte Älteste – The Ancient One (Tilda Swinton) – versucht ihn nicht nur zu heilen, sondern zeigt ihm auch andere Möglichkeiten die er lernen kann. Sie erzählt ihm von Magie, Zeitdimensionen, Parallelwelten und dass die Erde vor einer dunklen Macht beschützt werden muss. Während Strange ihr nicht glaubt gerät diese in Gefahr, als Kaecilius (Mads Mikkelsen) kurz davor ist diese dunkle Macht freizusetzen.

 

DREHBUCH UND STORY

Dem noch unbekannten Regisseur Scott Derrickson (Sinister) ist es gelungen, die neue Figur perfekt in das Cinematic Universe einzufügen. Vor allem, weil er die Origin-Story erzählt und daher sowohl Comicfans auf ihre Kosten kommen als auch Neueinsteiger, die mit der Figur noch nicht in Berührung gekommen sind.

Stichwort Origin-Story: Wir begleiten Stephen Strange auf seinem Weg vom arroganten aber grandiosen Atzt über seinen Autounfall bis hin zu dem Tag als er zu Doctor Strange wird. Das mag zwar für einige Kinobesucher nichts Neues sein aber ich finde es immer positiv, wenn eine neue Marvel-Figur mit ihrer Originalgeschichte eingeführt wird. So lernen wir sie besser kennen und erleben wie sie die Fähigkeiten bekommen.

Der Überraschungseffekt bleibt hier natürlich etwas auf der Strecke, aber das stört nicht weiter. Der Film bietet viel Neues und schlägt neue Wege ein, was ich bei der Technik noch näher beschreiben werde. Gleichgeblieben ist der typische Marvel-Humor. Über den gesamten Film verteilt gibt es wieder viele witzige Sequenzen die den Kinosaal zum Lachen bringen. Dementsprechend erleben wir eine Mischung aus tiefgründigen, nachdenklichen und humorvollen Dialogen, die etwas auflockern. Ich habe mich im Vorhinein etwas mit diesem Charakter beschäftigt, Comic gelesen und daher fand ich die Zusammenhänge sehr passend. Bis auf ein paar Abweichungen, die Marvel immer macht da sie alles an das gesamte Film-Universum anpassen müssen. Dazu gibt es dann beim Cast etwas mehr Informationen.

Ich fühlte mich bei Story und Drehbuch gut unterhalten und es wirkte sehr frisch, da Doctor Strange viele neue Sachen im Bereich der Superheldenverfilmungen anbietet.Vielleicht nicht immer nachvollziehbar und realistisch, aber dennoch äußerst kreativ.

 

DER CAST

Bennedict Cumberbatch führt eine Riege an namhaften und grandiosen Schauspielern an. Der Beweis, dass Superheldenfilme ernst genommen werden.

 

  • Benedict Cumberbatch (Sherlock) als Doctor Stephen Strange

Cumberbatch ist für mich die perfekte Wahl als Strange. Er bringt diese leichte Arroganz sehr gut auf die Kinoleinwand. Ich kann nachempfinden, dass er alles versucht um seinen Beruf wieder auszuüben, dadurch etwas nervös und aggressiv gegenüber Mitmenschen wird. Das Ego von Strange ist sogar so groß, dass er selbst nicht an Magie glaubt nachdem die Ältestees ihm gezeigt hat. Mehr möchte ich nicht dazu sagen, schaut es euch an und genießt die glanzvolle Darstellung von ihm. Und gnießt das gelungene Kostüm.

 

  • Tilda Swinton (Hail! Caesar) als Die Älteste

Bei ihrer Bestellung wurde den Filmemachern „Whitwashing“ unterstellt, da in den Comics diese Figur ein tibetanischer Mönch ist. Im Film selbst stellt Tilda eine Keltin dar, die aber auf Grund des äußeren Erscheinungsbildes neutral rüberkommt. Die Leistung von Tilda ist dafür umso grandioser, sie verkörpert diese Figur, die etwas Mysteriöses ausstrahlt, sehr glaubhaft. Zudem wird sie Mentor und Trainerin von Stephen Strange.

 

  • Chiwetel Ejifor (Triple 9) als Meister Mordo

Die Interpretation dieser wichtigen Figur hätte durchaus spektakulärer ausfallen können, aber Ejifor schafft es mit seiner Performance noch das Beste herauszuholen. Mordo ist in den Comics eigentlich ein Erzfeind von Strange, in der Kinoversion wurde es ein wenig abgeändert und so ist Mordo ein Verbündeter im Kampf gegen die bösen Mächte. Es gibt auch ein paar lustige Momente und eine unvorhersehbare Entwicklung.

 

  • Mads Mikkelsen (Hannibal) als Kaecilius

Ein großartiger Schauspieler, der einen Bösewicht spielt der nur solide ausgefallen ist. Marvel schafft es leider nicht immer, einen grandiosen Antagonisten zu erschaffen. In Civil War hatten sie Erfolg damit, hier eher weniger. Es ist dem Talent von Mikkelsen zu verdanken, dass wir zumindest in einer Szene einen tiefgründigen Charakter erleben. In Summe ist die Figur aber eher mittelmäßig und einfach strukturiert. Hier wäre mehr drinnen gewesen.

 

  • Weitere Charaktere

Rachel McAdams (Spotlight) ist als Christine Palmer zu sehen. Sie ist eine Ärztin, Vertraute und Geliebte von Strange. Sie versucht ihm ein wenig Moral einzuimpfen, schafft es aber nicht. Wie bei Mikkelsen, eine super Schauspielerin holt das Beste aus einer einfachen Figur heraus.

Benedict Wong (Marco Polo) als Wong ist auch mit dabei. In den Comics ist diese Figur ein Wegbegleiter von Strange, was die Filmemacher übernommen haben. Es gibt einige lustige Szenen mit ihm, seine Besetzung ist perfekt und die Leistung grandios.

Michael Stuhlbag (Trumbo) ist auch noch im Cast vertreten. Er spielt den Arzt Nicodemus West.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Die visuelle Umsetzung ist eine Wucht. Marvel betritt mit Doctor Strange Neuland und die Personen, die für die Effekte zuständig sind, haben sich so richtig ausgetobt. Die magischen Effekte, die Portale um zu anderen Orten zu reisen und die verschiedenen Dimensionen – all das wurde genial umgesetzt. Mit bunten Farben und kristallklarer Optik werden die Kinobesucher in eine Welt geschickt, die eigentlich nicht existieren kann. Dennoch wirkte es glaubhaft und es sah auf der großen Leinwand einfach gigantisch aus. Auch die Choreografien fallen spektakulär aus, vor allem wenn gekämpft wird während sich Gebäude beginnen zu verformen und zu drehen – grandios.

Die Kamera ist vielseitig ausgefallen. Bei Kämpfen und Sprünge durch die verschiedenen Dimensionen ist sie dynamisch und leicht hektisch. Dazwischen, vor allem bei Dialogen zwischen Strange und Christine Palmer oder wenn Die Älteste von Spiritualität und anderen Dingen erzählt, ist sie ruhig und statisch. Das Szenenbild ist ebenfalls unterschiedlich.

Der orchestrale Soundrack von Michael Giacchino ist wie die Kamera – dynamisch und vor allem episch. Wenn ich ihn mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich folgendes sagen: Bombastisch. Mehr brauch ich nicht dazu zu sagen, der Soundtrack steht für sich.

 

BEWERTUNG

Wenn ihr bis dato keine Marvel-Fans seid oder von deren Filmen, dann werdet ihr es vermutlich auch hier nicht. Aber für alle anderen sei gesagt, dass hier nicht nur ein neuartiger Film entstanden ist, sondern auch ein überraschend guter. Es gibt nur einen einzigen Kritikpunkt: Der nicht sehr spektakuläre Bösewicht und die Figur Mordo.

Eine Comicverfilmung über einen Superhelden, den viele von euch vielleicht noch nicht kennen. Ein Film, der visuell sehr stark ausgefallen ist, der die Originalstory behandelt und namhafte und großartige Schauspieler und Schauspielerinnen spielen mit. Der Soundtrack ist mehr als gelungen, das Gesamtpaket stimmt hier einfach. Marvel betritt hier Neuland und die Einführung von Doctor Strange ist sehr gelungen.

Für Superhelden-Fans unbedingt ein Muss, aber das brauch ich euch nicht sagen. Wenn ihr die Möglichkeit habt schaut ihn euch in IMAX 3D an, denn da kommen die ganzen magischen Fähigkeiten und Paralleluniversen perfekt zur Geltung. Wollt ihr euch einfach nur einen Blockbuster anschauen, auch da der Aufruf: Ab ins Kino. Ihr braucht auch keine Vorkenntnisse zu den anderen Marvel-Verfilmungen, der Film steht für sich allein.

 

Doctor Strange bekommt als Superheldenfilm auf meiner Genre Skala 9/10 Magiepunkte

Doctor Strange bekommt auf meiner allgemeinen Skala 8/10 Magiepunkte

 

EURE MEINUNG

Das war meine Kritik zu Doctor Strange. Was hält ihr von der neuen Verfilmung aus dem Hause Marvel? Seid ihr vertraut mit den Comics und wie findet ihr die Leistung von Benedict Cumberbatch? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Facebook und Twitter. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

 

 

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5 Gedanken zu “KRITIK: Marvel’s Doctor Strange

  1. Habe gerade versucht fünf Mal hintereinander Plapperblog zu sagen. Ich bin gnadenlos gescheitert.

    Ja, der Kritikpunkt mit dem Bösewicht. Wann bekommt Marvel / Disney das endlich in den Griff. Schade.

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