KRITIK: Whiplash

Im Jahre 2015 wurde dieser Film in fünf Kategorien bei der Oscarverleihung nominiert und gewann unter anderem in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“. Ein Film über einen talentierten Nachwuchs-Schlagzeuger der bei einem sadistischen Lehrer zu Höchstleistungen gedrillt wird. In dieser Kritik geht es um Whiplash.

Originaltitel: Whiplash

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Damien Chazelle

Produktion: Jason Blum, Helen Estabrook, David Lancaster und Michel Litvak

Kamera: Sharone Meir

Musik: Justin Hurwitz

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©derplapperblog

HANDLUNG

Andrew Neiman (Miles Teller) ist ein 19-jähriger begnadeter Musiker und sehr talentierter Schlagzeuger. Er besucht das fiktive Shaffer Conservatory of Music in New York, eine der namhaftesten und renommiertesten Musikschulen des Landes. Als Andrew alleine an seinen Fähigkeiten übt, taucht unangemeldet Terence Fletcher (J. K. Simmons) auf, der Leiter der Studioband. Er will ihn fördern und fortan darf er in seiner Band spielen.

Doch Andrew merkt schnell, was für ein Mensch Terence wirklich ist. Er fördert die Talente mit teils menschenunwürdigen und sadistischen Methoden. So möchte der Bandlieder die Musiker zu Höchstleistungen treiben. Wie lang kann der junge Andrew diesen Schmerz und diese Tortur auf sich nehmen, um sein Ziel „Bester Drummer der Welt“ zu erreichen?

 

DREHBUCH UND STORY

Whiplash ist erst der zweite Spielfilm von dem noch jungen Regisseur Damien Chizelle, der aber ausgesprochen grandios umgesetzt wurde und zwei großartige Hauptdarsteller mitspielen.

Der Regisseur verzichtet auf die Einführung der Charaktere, von Beginn an ist klar in welche Richtung der Film geht und daher stört das nicht weiter. Whiplash lebt von der Chemie zwischen den Hauptdarstellern und stellt zwei Fragen in den Raum: Wie lang kann ein junger Mann menschenunwürdige Methoden aushalten und wie fragwürdig sind diese Methoden des Lehrers, der dadurch seine Musiker zu Höchstleistungen treibt.

Die Dialoge sind ebenfalls grandios ausgefallen, die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern passt sehr gut und dadurch wird der Film zu einem besonderen Erlebnis. Der Regisseur schafft es, dass du als Schauer gespannt auf den Bildschirm schaust weil die Szenen sehr intensiv gestaltet wurden. Was als nächstes passiert ist unvorhersehbar. Keiner weiß wie der Lehrer reagiert, wenn er unzufriedener und unzufriedener wird. Oder ob der junge Schlagzeuger die Tortur durchhält. Gelungene Inszenierung und keine Sekunde langweilig.

Noch ein Wort zur Liebesgeschichte, die eingebaut wurde. Die nimmt nicht so viel Zeit ein, fügt sich perfekt in die Haupthandlung ein und wirkt nicht aufgesetzt oder gar kitschig – Pluspunkt.

 

 

 

 

DER CAST

Zwei Hauptdarsteller, die die gesamte Handlung auf vier Schultern ohne Probleme bis zum Ende tragen und solide Nebendarsteller, die ein wenig untergehen.

 

  • Miles Teller (Die Bestimmung) als Andrew Neiman

Das ist die beste Leistung, die ich je von Miles Teller gesehen habe. Der Schmerz, die Tortur, den unbändigen Willen der beste Drummer der Welt zu werden – all das bringt Teller sehr glaubhaft rüber. Außerdem scheint es so, als würde er tatsächlich Unterricht genommen haben, denn er packt auf dem Schlagzeug unglaubliche Skills aus. Dieser Film ist der Beweis, dass er großes Talent hat und ich hoffe ihn weiterhin in solchen Rollen zu sehen.

 

  • J.K. Simmons (Jobs) als Terence Fletcher

Simmons hat für diese Rolle den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen und wie ich finde zu Recht. Er spielt den Musiklehrer spektakulär und durch seine markante Mimik kommen diese menschenunwürdige Methoden glaubhaft rüber. Selbst als Schauer wusste ich nicht, was hinter der Fassade von Fletcher steckt. Er kann zufrieden mit der Leistung sein aber hinter dem Lächeln verbirgt sich auch das komplette Gegenteil. Bin mehr als zufrieden mit seiner Leistung.

 

  • Paul Reiser (Eine Nacht bei McCool’s) als Jim

Jim ist der Vater von Andrew, der seinen Sohn unterstützt wo er kann und ein Gesprächspartner für ihn ist. Er ist auch derjenige, der die Methoden von Terence Fletcher kritisch hinterfragt und dafür sorgt, dass er nicht mehr auf der Schule arbeitet. Solide Leistung, die aber an die Leistungen von Teller und Simmons nicht herankommt.

 

  • Weitere Charaktere

Melissa Benoist (Glee) ist als Nicole mit dabei. Eine Verkäuferin und Liebes-Interesse von Andrew. Ihre Darstellung geht in Ordnung, fällt aber nicht weiter auf.

 

In weiteren Nebenrollen sind Austin Stowell (Bridge of Spies) als Ryan und Chris Mulkey (Captain Phillips) als Onkel Frank zu sehen. Die Nebenrollen gehen etwas unter, da die Chemie und die Leistung von Simmons und Teller alles übertrumpfen.

 

TECHNICK, KAMERA, MUSIK

Dieses Mal möchte ich kurz über die Musik sprechen, die einen großen Anteil in diesem Film hat. Wir hören viel Jazzmusik und Swing und vor allem Schlagzeug-Rhythmen. Für Liebhaber dieser Richtung wird viel geboten, aber generell passt diese Musik perfekt zu diesem Drama und sorgt für atmosphärische Momente.

Die optische Umsetzung ist ebenfalls gelungen. In einem Drama gibt es dementsprechend keine Action oder Effekte. Ein paar Szenen wurden aber trotzdem optisch grandios umgesetzt, etwa wenn Miles Teller mit unbändigem Willem am Schlagzeug spielt und der Schweiß auf dieses tropft.

Die Kamera ist sehr ruhig ausgefallen, sie wird nur dynamisch wenn die Band spielt und die Kamera zwischen Dirigent und Schlagzeuger hin und her schwenkt. Die Szenen spielen sich hauptsächlich in der Musikschule im Schulungsraum statt. Dazwischen werden Sequenzen auf Bühnen, in Bars und Wohnungen gezeigt.

 

BEWERTUNG

Dieser Film ist eine absolute Empfehlung von mir. In seinem Genre Musikdrama bekommt er von mir die Maximalwertung, weil er gut sensationell gespielt ist, die Musik einfach großartig umgesetzt und eingefügt wird und die Nebengeschichte nicht zu aufgesetzt wirkt.

Auch allgemein macht der Film meiner Meinung nach große Freude, was zum Hauptteil an J. K. Simmons und Miles Teller liegt. Jazz- und Dramaliebhaber kommen sowieso nicht an diesem Film vorbei. Schnell nachholen, wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt.

 

Whiplash bekommt als Musikdrama auf meiner Genre Skala 10/10 Jazz Punkte

Whiplash bekommt auf meiner allgemeinen Skala ebenfalls 10/10 Jazz Punkte

 

EURE MEINUNG

Das war meine Kritik zu Whiplash und jetzt interessiert mich wieder eure Meinung. Wie gefällt euch dieser Film? Seid ihr auch meiner Meinung oder findet ihr, dass er Schwachstellen hat? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Twitter und Facebook. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

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2 Gedanken zu “KRITIK: Whiplash

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