KRITIK: The Light Between Oceans

Ein Pärchen, das auf einer einsamen Insel lebt und einige Schicksalsschläge verkraften muss, findet ein Baby, dass in einem Ruderboot angespült wird. Sollen sie es behalten oder wieder abgeben? In dieser Kritik geht es um The Light Between Oceans.

 

 

Regie: Derek Cianfrance

Drehbuch: Derek Cianfrance

Produktion: Jeffrey Clifford

Kamera: Adam Arkapaw

Musik: Alexandre Desplat

 

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HANDLUNG

Nach dem ersten Weltkrieg kehrt Tom Sherbourne (Michael Fassbender) nach Australien zurück und nimmt eine Stelle als Leuchtturmwärter an. Er sehnt sich nach Ruhe und Einsamkeit, da ist die abgelegene Insel Janus Rock der ideale Ort. Nach einiger Zeit lernt er Isabel Graysmark (Alicia Vikander) kennen, bei den Beiden funkt es gewaltig und sie heiraten. Tom nimmt Isabel mit auf die Insel und sie verbringen jeden Tag miteinander.

Nach einigen privaten Schicksalsschlägen wird eines Tages ein Ruderboot angespült, in dem ein toter Mann liegt. Neben diesem Mann liegt ein schreiendes Baby und das Ehepaar beschließt es bei sich aufzunehmen und großzuziehen. Sie leben ein perfektes Leben. Doch dann trifft das Paar auf eine Frau namens Hannah Roennfeldt (Rachel Weisz), die ihr Kind vermisst das auf hoher See mit ihrem Ehemann vermisst wird. Dieses Kind wäre genauso alt wie jenes von Tom und Isabel. Das Familienglück wird auf eine harte Probe gestellt.

 

DREHBUCH UND STORY

The Light Between Oceans basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahre 2012 von M. L. Stedman. Regisseur Derek Cianfrance (The Place Beyond The Pines) hat ein optisch grandioses Drama erschaffen mit starkem Cast und mittelmäßiger Story.

Das Drehbuch ist das Schwächste am gesamten Film was nicht bedeutet, dass es mies ausgefallen ist. Zu Beginn werden die beiden Hauptfiguren Isabel und Tom gut eingeführt, wie Tom seine Stelle als Leuchtturmwärter annimmt und Isabel kennenlernt. Diese Einführung dauert aber etwas zu lange, die eigentliche Hauptgeschichte rund um das gefundene Baby beginnt erst nach 45 Minuten. Mit ein Grund warum der Film an einigen Stellen im Gesamten etwas langatmig ist. Erst als das Baby ans Ufer der Insel gespült wird nimmt die Handlung etwas an Fahrt auf.

Die Dialoge sind häufig sehr einfach ausgefallen, aber gehen dafür mehr unter die Haut. An vielen Stellen unterstreichen die Gespräche zwischen dem Ehepaar die schicksalhaften Entscheidungen die sie treffen. Generell ist der Film auch sehr nachdenklich ausgefallen und hat wenige glückliche Momente. Er behandelt auch die Frage, ob es moralisch vertretbar ist ein Kind einfach so zu behalten und nicht zu versuchen die eigentliche Mutter ausfindig zu machen. Die Drama-Elemente hätten aber durchaus noch stärker sein können.

 

DER CAST

Zwei sehr starke Hauptdarsteller sorgen dafür, dass der Film trotz Schwächen im Drehbuch sehenswert geworden ist.

 

  • Michael Fassbender (Steve Jobs) als Tom Sherbourne

Fassbender ist ein grandioser Darsteller, ich kenne kaum einen schlechten Film von ihm. Egal in welchem Genre er mitspielt, kaum ein anderer Schauspieler seiner Generation kann so überzeugend Gefühle auf die Leinwand zaubern. Auch in The Light Between Oceans ist in seinen Augen förmlich diese Leere und diese Gewissensbisse zu spüren, mit der seine Figur zu kämpfen hat. Ich will an dieser Stelle nicht mehr drauf eingehen, sonst würde ich zu sehr spoilern. Aber seine Performance ist großartig.

 

  • Alicia Vikander (The Danish Girl) als Isabel Gaysmark

Alicia kann locker mit der Performance von Fassbender mithalten. Die frischgebackene Oscarpreisträgerin (Für The Danish Girl, Anm.) hat ebenfalls die Klasse, traumatisierte Ereignisse gefühlsecht auf die Leinwand zu bringen. Auch die Chemie zwischen ihr und Fassbender ist brillant. Ich habe selten ein Leinwand-Pärchen gesehen, dass so gut miteinander harmoniert. Auch hier möchte ich nicht spoilern, aber ich finde als Schauer ist es verständlich, dass Isabel das gefundene Baby behält.

 

  • Rachel Weisz (The Lobster) als Hannah Roenfeldt

Diese Figur taucht erst sehr spät in diesem Film auf, trägt aber entscheidend zur Handlung bei. Ich will nicht zu viel verraten, aber es geht auch aus den Trailern hervor, dass Hannah die leibliche Mutter von dem gefundenen Baby ist. Die Leistung von Rachel ist sehr gut, der Kampf um ihre Tochter und der Wille sie zurückzuholen ist ihr förmlich ins Gesicht geschrieben – eine gute Ergänzung.

 

Es gibt noch eine Reihe an guten Nebendarstellern und Nebendarstellerinnen, die allesamt recht solide Leistungen zeigen. Aber die drei oben genannten Akteure sind diejenigen, die die gesamte Handlung vorantreiben und tragen. An dieser Stelle ein großes Lob.

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

Ein weiterer Pluspunkt von The Light Between Oceans ist die optische Umsetzung der Insel und dem Festland in Australien der 20er Jahre. Künstliche Effekte oder CGI gibt es in diesem Film nicht, dafür originalgetreue Kleidung, Autos und Einrichtungen von Häusern dieser Zeit-Epoche.

Die Kameraführung dagegen ist eine Augenweide. Mehrmals wird die Insel von einem weiteren Kamerawinkel gezeigt. die Wetterverhältnisse wie Dämmerung, Wind und Unwetter werden ebenfalls perfekt eingefangen. Die Kamera ist in vielen Momenten sehr ruhig und oft bewegt sie sich gar nicht – das passt perfekt zu so einem Drama. Aber auch hier wäre weniger mehr gewesen, denn die grandiosen Bilder der Insel gleichen sich oft und beim vierten, fünften Mal werden diese Bilder etwas langatmig.

Die Musik kommt von Alexandre Desplat (Pets) und ist großartig. Sie ist ruhig, nachdenklich und teilweise genauso schwere Kost wie die Szenen auf der Leinwand. Es wurde viel mit Streichern und Klavierklängen gearbeitet. Der Soundtrack passt ohne dabei zu kitschig oder überdominant zu werden.

 

BEWERTUNG

Alicia Vikander und Michael Fassbender tragen die gesamte Handlung auf deren Schultern. Es ist unfassbar, wie stark sie die Emotionen rüberbringen. Diese Beiden sind es wert, Geld für das Ticket auszugeben. Dazu kommt mit Rachel Weisz eine perfekte Ergänzung.

Die Bilder, die kreiert wurden, sind absolut sehenswert und auf einem hohen Niveau. Er ist aber leider etwas zu lang ausgefallen und der eine oder andere Kinogänger wird Sitzfleisch benötigen. Dazu kommt die eher mäßige Story, die auch etwas vorhersehbar ist. Dennoch gibt es eine Empfehlung von mir, sowohl für Fans von optisch toll inszenierten Dramen als auch für allgemeine Cineasten und Fans von Vikander und Fassbender.

 

The Light Between Oceans bekommt als Drama auf meiner Genre Skala 7 / 10 Leuchtturmpunkte

The Light Between Oceans bekommt auf meiner allgemeinen Skala 6,5 / 10 Leuchtturmpunkte

 

EURE MEINUNG

Das war meine Kritik zu The Light Between Oceans und jetzt bin ich wieder auf eure Meinung gespannt. Werdet ihr euch den Film ansehen oder sind Dramen so gar nicht euer Genre? Was hält ihr generell von Alicia Vikander und Michael Fassbender? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Twitter und Facebook. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

Ein Gedanke zu “KRITIK: The Light Between Oceans

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