GHOSTBUSTERS – Das Reboot

Ein Reboot mit vier weiblichen Geisterjägerinnen, dass schon im Vorfeld für sehr viel (negativen) Gesprächsstoff gesorgt hat. Kaum ein Trailer hatte auf YouTube so viele Dislikes. In dieser Kritik geht es um Ghostbusters.

 

 

 

 

Originaltitel: Ghostbusters

Regie: Paul Feig

Drehbuch: Paul Feig und Katie Dippold

Produktion: Amy Pascal und Ivan Reitman

Kamera: Robert D. Yeoman

Musik: Theodore Shapiro

 

GB16

 

 

 

ANMERKUNG ZU BEGINN

 

Was wurde nicht im Vorhinein für ein Bashing betrieben. Es sei eine Frechheit, die Ghostbusters mit Frauen zu besetzen. Es wäre sexistisch und den Original-Filmen nicht gerecht. Ich muss sagen, dass dieses Bashing völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Und ich versteh Menschen nicht, die im Vorfeld eines Filmes (Mit Ben Affleck als neuen Batman, Spider-Man und Star Trek gibt es da genug Bespiele) sich ungeheuer aufregen aber noch keine Minute des Filmes geschaut haben. Wenn ihr nachher mit der Leistung nicht zufrieden seid, könnt ihr das gerne machen. Aber nicht Monate voraus. Und wieso ist es so schlimm, vier weibliche Hauptcharaktere zu nehmen? Und wie hättet ihr reagiert, wenn es vier Afro-Amerikaner gewesen wären? Also bleibt auf dem Teppich, schaut euch zuerst die Filme an und danach könnt ihr urteilen und eure Meinung abgeben.

Und noch etwas in eigener Sache. Dieser Ghostbusters Film ist ein Reboot und keine Fortsetzung. Daher basiert meine Kritik allein auf dieser Tatsache und ihr werde keine Vergleiche zu den alten Ghostbusters von mir lesen. Er versprüht zwar an gewissen Stellen nostalgische Gefühle, mehr wird es aber nicht geben. Viel Spaß bei dieser Kritik.

 

HANDLUNG

 

Die Quantenphysikerin Erin Gilbert (Kristen Wiig) und Abby Yates (Melissa McCarthy) widmen sich schon seit einigen Jahren der Forschung von paranormalen Aktivitäten. Sie veröffentlichten sogar ein Buch darüber. Erin, immer um Anerkennung als Doktorin bemüht, wollte nicht, dass Abby das Buch im Internet veröffentlicht. Sie glaubt nicht mehr so wie früher an Geister und außerdem will sie ihren renommierten Beruf behalten.

Als aber erste Anzeichen von Geistern auftauchen, schließen sich die Beiden mit der Assistentin von Abby, der Ingenieurin Jillian Holtzman (Kate McKinnon) zusammen, um diese einzufangen. Später stößt noch die U-Bahn Mitarbeiterin Patty Tolan (Leslie Jones) dazu, als sie Geisteraktivitäten in den U-Bahn-Tunneln entdeckt hat. Zu viert müssen sie eine drohende Invasion von Geistern verhindern.

 

 

DREHBUCH UND STORY

Paul Feig (Taffe Mädels) zeigt sich für die Inszenierung verantwortlich und der Comedy-Experte hat das Ghostbusters-Reboot mit Witz und eben vier Hauptdarstellerinnen inszeniert.

Es ist die Neuerzählung der altbekannten Geschichte der Ghostbusters und ich muss sagen, dass die Story durchaus seine starken Momente hat. Zu Beginn werden die Figuren eingeführt, wie lernen sie sich kennen und wie treffen sie auf den ersten Geist. Das Drehbuch allerdings ist nicht sehr gelungen, beziehungsweise eine Achterbahn der Gefühle. Denn es gibt Szenen, die sehr lustig sind weil der Humor auf dem Punkt gebracht worden ist und dann gibt es Stellen die übertrieben, nicht lustig sind und zu sehr unter der Gürtellinie. Mit Klischees wird (leider) auch etwas gespielt, so fallen Sätze wie „Hier schaut es ja aus wie in meiner Küche“. Oder als der Leiter der Universität oder High-School, wo Abby zu Beginn des Filmes arbeitet, sie feuert und einige Minuten mit seinen beiden Mittelfingern herumwinkt. Das war an einigen Stellen zu viel des Guten. Der Film nimmt sich an manchen Stellen nicht so ernst und das merkt der Zuschauer.

Das Drehbuch ist solide ausgefallen, ohne unerwarteten Wendungen und mit einem vorhersehbaren Ende. Zu Beginn ist das Tempo ein wenig zu langatmig, da hätten die Filmemacher ein paar Minuten streichen können. Da gab es zum Beispiel eine Szene mit dem Bürgermeister, die für mich wenig mit der Handlung zu tun hatte. Die zweite Hälfte, ab dem Zeitpunkt wo mehr Geister zu sehen sind, nimmt der Film dann Fahrt auf und spielt seine große Stärke aus – die Technik und das 3D. Der Antagonist ist leider lieb- und motivationslos ausgefallen.

 

DER CAST

 

Drei bekannte Comedy-Frauen aus dem Stand-Up Bereich und Melissa McCarthy. Dazu einige austauschbare Nebenfiguren und drei Cameo-Auftritte von der alten Besetzung.

 

  • Melissa McCarthy (Central Intelligence) als Dr. Abigail „Abby“ Yates

Abby war schon immer vom Paranormalen fasziniert. Sie hat ein Buch herausgebracht und arbeitet mit ihrer Assistentin in diesem Bereich. Sie ist die, die am stärksten an Geistern glaubt und arbeitet verbissen an der Theorie das welche existieren.

Melissa McCarthy ist Melissa McCarhty. Sie hat einen eigenen Humor, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Ich habe nicht viele Filme gesehen, aber ich komme nicht damit zu recht. Zudem kann sie nicht unbedingt schauspielern.

 

  • Kristen Wiig (Der Marsianer) als Dr. Erin Gilbert

Eine Doktorin der Teilchenphysik. Sie ist immer vornehm gekleidet, kämpft um ihren guten Ruf und will Anerkennung. Zudem hechelt die ewige Singlefrau jeden gutaussehenden Typen hinterher. Sie hat mit Abby ein Buch herausgebracht, allerdings hat sie das Gefühl, dass es ihr mehr schadet. Anfangs noch skeptisch wird ihr Verlangen nach der Geisterjagd immer größer.

Kristen Wiig macht das sehr ordentlich, ist bemüht der Figur eine Identität zu verleihen. Aber das Drehbuch wirft dieses Verlangen teilweise wieder zurück. Auch dieses ständige Hinterherhecheln, speziell beim Sekretär Kevin, ist zu viel des Guten.

 

  • Kate McKinnon (Saturday Night Live) als Dr. Jillian Holtzman

Jillian ist ein Technik-Nerd und etwas crazy unterwegs. Immer wieder hat sie neue Ideen um Waffen zu verbessern oder neue Waffen zu erfinden.  Sie ist Feuer und Flamme, wenn ihre Kolleginnen ihr neues Spielzeug ausprobieren.

McKinnon zeigt von allen vier Schauspielerinnen die beste Leistung. Diesen durchgeknallten Charakter musst du erst mal so grandios spielen wie sie. Ein Highlight des Filmes, auch wenn sie manchmal (auf Grund des Drehbuches) mit der Verrücktheit übertreibt– Stichwort Waffen ablecken.

 

  • Leslie Jones (Saturday Night Live) als Patty Tolan

Patty arbeitet bei der New Yorker U-Bahn und kennt somit die Stadt in und auswendig. Nach einer Begegnung mit einem Geist taucht sie im Hauptquartier der drei Anderen auf und schließt sich dem Club an. Sie hat immer einen Spruch auf den Lippen und eine große Klappe.

Mit Leslie tat ich mir schwer, denn für meine Begriffe schrie sie mir zu viel herum. Zudem zeigte sie zu wenig Tiefe. Neben McCarthy die schwächste Leistung der vier Ghostbusters.

 

  • Chris Hemsworth (The Huntsmen & The Icequeen) als Kevin

Kevin bewirbt sich als Sekretär und wird sofort eingestellt, weil Erin ihn attraktiv findet. Eigentlich ist er nicht unbedingt der hellste Mensch, hört das Telefon erst beim sechsten Mal klingeln oder trägt eine Brille ohne Gläser, weil diese sonst schmutzig werden.

Ich fragte mich während den zwei Stunden, warum dieser Charakter so dumm geworden ist und warum Chris Hemsworth da mitspielt. Ich habe selten eine so dumme Figur in Filmen gesehen. Ich muss aber sagen, dass einige Witze fast schon wieder lustig waren trotzdem dass sie so blöd waren. Jedenfalls ist die Leistung von Chris recht solide.

 

In Nebenrollen sind unter anderem Charles Dance (Game of Thrones) als Harold Filmore und Andy Garcia (Kill The Messenger) als der Bürgermeister zu sehen. Zwei typische Figuren, die unter der Kategorie „austauschbar“ fallen. Außerdem tragen sie wenig zur Handlung bei, jedenfalls für mich.

 

Noch ein Wort zu den Cameo-Auftritten der altbekannten Besetzung. Der Auftritt von Bill Murray ist für mich gelungen, der von Dan Aykroyd war passabel und jener von Sigourney Weaver unnötig. Am Ende bleibt ein durchwachsener Cast, der nicht unbedingt den Film auf deren Schultern trägt und nur an wenigen Stellen schauspielerisch brilliert.

 

 

TECHNIK, KAMERA, SOUNDTRACK

 

Wie vorher weiter oben erwähnt, sind die technischen Aspekte die ganz große Stärke des Filmes. Die Geister sind großartig animiert und kreativ gestaltet. Auch die Effekte der Waffen können sich sehen lassen und sie wurden für das Reboot modernisiert. Das 3D ist eines der besten, was ich je gesehen habe. Wenn die Geister auf einen zufliegen ist das schon ganz großes Kino. Nur gegen Ende übertreiben es die Macher ein wenig mit dem CGI, was das Flair des Filmes ein wenig zerstört. Zudem sind einige Schnitte unsauber, da hört die eine oder andere Szene zu früh auf und wird nicht zu Ende geführt.  Das berühmte Geisterjägerauto sorgt dann auch noch für Nostalgie.

Die Kameraarbeit ist auch sehr hochwertig. In Dialogen ist sie natürlich auf halb-nah und nah gehalten. Bei Szenen in den Straßen von New York und am Time Square, wenn alle Geister befreit sind greift sie ins Geschehen ein, wird ein wenig hektischer oder fängt alles von weiter oben ein. Das Szenenbild ist für so einen Film klassisch. Technische Labore und Einrichtungen, das Hauptquartier der Ghostbusters und wenn es auf die Jagd geht, bekommt der Schauer Eindrücke von der Stadt New York.

Der Soundtrack passt auch soweit. Die berühmte Ghostbusters-Melodie wurde ein wenig verändert und neu abgemischt. Ansonsten eher etwas rockiger und lauter und an manchen Stellen zu laut. In Summe aber mehr als in Ordnung.

 

BEWERTUNG

 

Ein Reboot, über das diskutiert werden darf ob es nötig war. Es wurde entschieden und so ist es auch zu bewerten. Es ist kein dritter Teil oder eine Fortsetzung, Ghostbusters ist ein Neuanfang mit weiblichen Geisterjägern. Als solches ist es zu betrachten und wer das beherzt und die Erwartungen senkt, bekommt einen unterhaltsamen und recht ordentlichen Film zu sehen.

Natürlich, das Drehbuch und die Dialoge sind nicht die Besten – es ist auch eine Komödie. Die vier Protagonistinnen sind bist auf Wiig und McKinnon mäßig ertragbar und der Humor ist an einigen Stellen sehr lustig und an einigen Stellen sehr schlecht und etwas unter der Gürtellinie.

Die große Stärke ist die Technik. Kreativ und gut animierte Geister und ein sehenswertes 3D. Der Endkampf und das zu übertriebene CGI verhindern eine höhere Wertung. An einigen Stellen erkennt man eine Hommage an die alten Filme. Er ist somit besser als erwartet, bei weitem aber kein Film über den lange gesprochen wird.

 

Ghostbusters bekommt als Action-Komödie auf meiner Genre Skala 3 / 5 Geisterpunkte

Ghostbusters bekommt auf der allgemeinen Skala 3 / 5 Geisterpunkte

 

 

Da war meine Kritik zu Ghostbusters. Wie immer interessiert mich eure Meinung. Seid ihr Fan von den Geisterjägern und habt die alten Filme gesehen? Wie fandet ihr die im Vergleich zu dem neuen? Oder macht ihr einen großen Bogen um den neuen Teil? Schreibt mir Kommentare oder kontaktiert mich auf Facebook und Twitter. Bis zur nächsten Review.

 

Euer Thomas

 

Quelle Foto: https://www.pinterest.com/1sheetwizard/comedy-movie-posters/

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Ein Gedanke zu “GHOSTBUSTERS – Das Reboot

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