Freispiel

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Die Filme von Harald Sicheritz kann man getrost als Klassiker bezeichnen. Muttertag, Wanted, Poppitz, Hinterholz 8 – nur um die bekanntesten zu nennen. So ein Film ist auch Freispiel, eine Tragikkomödie mit dem Kabarettisten Alfred Dorfer in der Hauptrolle. Er kam 1995 heraus und ist seit dem einer der vielen, super geilen klassischen Filme von Harald Sicheritz.

Es geht um einen erwachsenen Mann, der einen festen Job hat, verheiratet ist und einen Sohn hat. Man könnte also meinen, es wäre alles Friede, Feuer Eierkuchen. Doch irgendwas stimmt im Leben des Robert Brenneis (Alfred Dorfer) nicht.
Da wäre zum Beispiel sein Beruf als Musiklehrer. Er wird weder von Kollegen noch seinen Schülern ernst genommen. Außerdem wartet er sehnsüchtig auf seine Pragmatisierung, die er dringend braucht. Aber auch in seinem privaten Leben läuft es irgendwie nicht perfekt. Er findet kaum Zugang zu seinem Sohn und auch die Ehe mit seiner Frau Doris (Andrea Eckert) scheint nicht die Beste zu sein. Er bemüht sich ihr zu zeigen, dass er sie liebt. Doch er tut sich sichtlich schwer, das zu tun. Hinzu kommt, dass er zu falschen Zeitpunkten falsche Aussagen tätigt, die die Bemühungen bremsen. In solchen Phasen sieht man, wie Doris mit einem Arbeitskollegen einen Abend verbringt (der Agent Carlo Schindler, gespielt von Roland Düringer) oder Robert schon am ersten Tag aus dem gemeinsamen Italien Urlaub abreist und seine Frau allein bleibt, weil sie das so vorgeschlagen hat. Und was macht Robert dann? Er nimmt eine Gitarre und spielt ein paar Töne. Denn die Musik (und seine zahlreichen Gitarren) scheint das Einzige zu sein, dass ihm glücklich macht.
Und dann gibt es da noch seinen alten Schulfreund Roland Porkorny (Lukas Resetarits), der mit Musik sein Geld verdient und sehr erfolgreich ist. Der Traum von Brenneis, berühmt und Musiker zu sein, genau diesen Traum lebt Pokorny und daher ist er eigentlich schlecht auf ihn zu sprechen. All diese Probleme kann man mit einem Wort zusammenfassen – Midlife-Krise.

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Alfred Dorfer spielt die Person Robert Brenneis einfach sensationell. Diesen schüchternen, looserhaften Charakter hätte meiner Meinung nach keiner besser spielen können. Überhaupt finde ich, dass Sicheritz immer ein gutes Händchen hat bei der Besetzung. Auch Andrea Eckert, die die Ehefrau Doris spielt, mit einer guten Darbietung.
Einen weiteren Indiz dafür, dass man einen Sicheritz Film sieht, ist der sensationelle Humor. An jeder Ecke im Film eine Wuchtl nach der anderen. Im Fall von Freispiel wurden sogar ein paar Gags von den beiden Solo-Programmen von Alfred Dorfer verwendet – Alles Gute und Ohne Netz. Ein Beispiel: Robert Brenneis spielt in einer Unterichtsstunde ein Klassikstück vor und fragt einen Schüler was er davon hält. Seine Antwort: „Schas“. Darauf Brenneis: “ Kannst du diese Aussage vertiefen?“ Der Schüler: „altmodischer Schas“ – echt sensationell.
Bei all diesen genialen Szenen darf man aber nicht vergessen, dass man sich in einer Tragikomödie befindet und da auch durchaus nachdenkliche Szenen dabei sind. Vater-Sohn Beziehung, das Führen einer Ehe und die Frage, wie man sich Verhalten soll, wenn dein ehemaliger Schulfreund eigentlich das Leben lebt, dass du eigentlich leben willst. Aber aus diversen Gründen nicht leben kannst/willst.

Der Film ist ein Teil österreichischer Filmgeschichte und seit fast 20 Jahren ein absoluter Klassiker. Es mag ja Leute geben, die ihn noch nicht gesehen haben. Ich muss euch sagen, ihr müsst das nachholen, denn ihr verpasst sonst was. Als Entscheidungshilfe poste ich einen Ausschnitt von dem Film nach diesem Beitrag. In diesem Sinne hoffe ich, dass euch mein wieder mal etwas anderer Movie-Eintrag gefallen hat. Es könnte durch aus sein, dass in Zuzkunft mehr von solchen Einträgen kommen.

euer plappergott

Dilated Peoples Live @ Flex Vienna

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Die Dilated Peoples beehren ja in regelmäßigen Abständen die österreichische Hauptstadt. Und wenn die Rap Crew aus Kalifornien auf der Bühne steht, gibt es garantiert fette Beats, Lyrics vom Feinsten und eine abgehende Crowd. Diesmal war das Wiener Flex Schauplatz des Konzertes und ich sage euch, jeder der nicht dort war hat definitiv was verpasst.

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Die ganze Veranstaltung war eine so genannte „Early Show“, was bedeutete, dass das Flex bereits um 19 Uhr geöffnet hat und laut Timetable die Dilated Peoples schon um 20:30 ihre Show beginnen. Ich war demnach so gegen dreiviertel 8 am Abend dort und selbst das war noch etwas zu früh, da die meisten Leute noch draußen vor dem Flex standen und das warme Wetter genießen. Drinnen legte DJ Buzz auf, um die Zeit bis zum Auftritt der Dilated Peoples zu überbrücken.
Gegen 20:30 wurde es dann immer voller, es dauerte aber noch bis ca zehn Minuten vor 21 Uhr bis die Show endlich begann. Und wie sie los ging. DJ BABU Evidence und Rakaa Iriscience waren kaum auf der Bühne, schon war die Crowd auf Betriebstemperatur. Das lag natürlich auch an dem Banger Good as Gone, den die Dilated Peoples als Opener brachten. Das war auch vorerst der einzige Track, den sie vom neuen Album Directors of Photography spielten. Danach kam eine regelrechte Flut an Klassikern – Marathon, U Can t Ride U Can t Run um nur einige zu nennen. Es ist immer wieder nice, diese Songs zu hören und die Crowd ging bei jedem Track gut ab. Überhaupt: Die Energie der Besucher war nie endenwollend – DOPE.

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Nach einer DJ Show, in der DJ Babu seine Techniks unter Beweis stellte, spielten Rakaa und Evidence ein paar Songs von ihren Solo Alben. Und hier zeigte sich, wie sympatisch die beiden Rapper sind. Evidence holte einen Typen auf die Bühne, der ihn beim Track Mr. Slow Flow als Back Up MC unterstützen durfte und dieser machte seine Sache ausgezeichnet. Es war eines der Highlights an diesem Abend und es gibt nicht viele Artists, die einfach so jemanden aus dem Publikum holen, der dann bei einem Song mitrappt.
Danach brachten die Dilated Peoples ein paar Songs von ihrem neuen Album, das durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen, denn schließlich ist es ein sehr cooles. Aber dann kamen wieder ein paar Classics. Back Again, The Platform, Worst come to Worst – all die dopen Tracks von über 14 Jahren Band Geschichte. Und da die Dilated Peoples eine meiner Lieblings Rap Crews sind, war es für mich auch ein bisschen eine Zeitreise zurück in die Zeit, als ich anfing Hip Hop zu hören. Denn ich höre sie seit dem ersten Album The Platform und seit diesem Tag bin ich Fan von den Beiden, von den Beats, die Evidence schraubt und so weiter.

Die Show war im Flex und normalerweise schreib ich an dieser Stelle, dass der Sound eher bescheiden war. Aber dieses mal war der Sound Top. Ein paar Minuten hat es gedauert, bis das ganze Soundbild auf die beiden MC’s abgestimmt war, aber dann spürte man die Bässe der Beats und man hat so ziemlich jedes Wort der Crew verstanden. Vielleicht hätte der Sound noch ein bisschen lauter sein können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Also auch soundtechnisch war es ein mehr als gelungener Abend.

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Es war sehr leiwand wie wir in Wien sagen. Die Dilated Peoples stehen sowieso dafür, dass sie eine coole Live Show machen. Beats, Raps, Cuts – alles in Perfektion und es gab sogar einen stagedivenden Evidence zu bewundern. Der Sound war sehr geil, die Crowd ging gut ab. Die Hütte war bis zu den Stiegen im hinteren Bereich voll, was man auch merkte da es dadurch noch heißer als sonst war. Ein Highlight Track nach dem anderen, eine gute Mischung aus Klassikern und neuen Tracks und die Aktion mit dem Typen, der als Back Up MC bei einem Evidence Track rappen durfte machten das Konzert zu einem unvergesslichen Abend. Wie gesagt, wer da nicht dabei war, hat definitiv was verpasst.

Ein paar Fotos habt ihr bereits im Beitrag gesehen, weitere findet ihr nach den Videos, dich ich auf dem Konzert gemacht und unten gepostet habe. Ihr könnt euch selber davon ein Bild machen, wie das Konzert war und für all diejenigen, die dort waren, ist es eine Erinnerung. Viel Spaß jeden falls und bis zum nächsten Konzertbericht.

euer plappergott

Good as Gone

Marathon

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DEXTER – Fahrtwind (mit Jaques Shure)

Neues Album von Dexter am Start

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Der gute Dexter ist ja sehr produktiv in letzter Zeit. Projekte mit seinen Beat-Kumpels Suff Daddy und Brenk Sinatra alias Betty Ford Boys und diverse andere Projekte, die nebenher laufen. Vor kurzem habe ich erfahren, dass der Stuttgarter Producer sogar einen Full-Time Job als Kinderarzt hat. Ich frage mich echt, woher er die Zeit nimmt, diesen Output zu schaffen. Dafür hat er echt Props verdient.

Mittlerweile ist sein neuestes Projekt draußen – Palmen und Freunde. Zu aller Überraschung hat er nicht nur die Beats beigesteuert, sondern selbst den Stift in die Hand genommen und ein paar Texte geschrieben. Zuletzt tat er dies auf Raw Shit, dass Kollabo Album mit Maniac von den Demograffics. Und ich sage euch, er kann dope rappen.

Zu dem Album wird es mit ziemlicher Sicherheit eine Review geben, wo ich detaillierter schreiben werde. Der Track Fahrtwind ist auch auf dem Album drauf, Jaques Shure, ein langjähriger Freund und musikalischer Wegbegleiter von Dexter ist auch mit von der Partie. Der Sound ist, wie es seit neuestem heißt, sehr wavy. Ein chilliger Beat, dazu die smooven Raps von Jaques und Dex – ein Hörgenuss.
Hört es euch an, ich bin mir sicher, dass ihr es nicht bereuen werdet:

euer plappergott

UMSE FEAT. MEGALOH – In Aufruhr

Dope Kollabo

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Megaloh hat Umse für seinen Dr. Cooper Remix mit ins Boot geholt und er hat dort einen fetten Part beigesteuert. Und irgendwie war klar, dass die beiden in naher Zukunft wieder einem gemeinsamen Track machen. Gesagt getan, für das neue Album von Umse Kunst für sich wurde der Track In Aufruhr aufgenommen und ein Video gedreht.

Beide haben unterschiedliche Styles, aber dennoch finde ich, dass sie perfekt zusammen passen. Inhalt des Tracks: sobald Umse und Megaloh in eine Stadt aufkreuzen, sind die Anderen in Aufruhr. Man bekommt klassische Rap-Lines wie „dieser Scheiß ist wie Geburtstagskarten, muss man einfach feiern..“ oder „auf der Bühne bist du wack auch mit 70 Backups“ zu hören. Zudem überzeugt Umse mit genialem Wortspiel: „dass wir Zwei Mucke machen hat einen Grund wie Gewässer“

Der Beat ist von Deckah produziert worden, dem Hausproduzenten von Umse. Wenn man die Musik von den Beiden kennt, weiß was einem erwartet. Feinster Boombap Vibe im 90er Jahre Stil vom Feinsten. Aber hört selbst rein, ich feier das Ding.

euer plappergott

STERIL ONE – Jetzt Alt

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Der Wiener Rapper Steril One ist einer der wenigen MC’s, die ich kenne, die einen sagenhaften Output haben. Und obwohl man weiß, wie penibel und genau er beim kreieren seiner Tracks ist, haut er viel Stuff raus. Alben, Mixtapes und zuletzt zwei Beatapes – Musik zu machen ist seine Leidenschaft. Und ich möchte mir an dieser Stelle auch eine persönliche Meldung erlauben. Ich kenne Steril seit den Zeiten, als ich mit meiner Crew Dunstkreis Entertainment selber viele Tracks gemacht habe. Er war häufig bei Sessions dabei und irgendwann war die Zeit gekommen, dass man ins Gespräch kam und über Hip Hop und die Welt geredet hat. Steril hat zu gewissen Themen eine Meinung, die dem Einen oder Anderen vielleicht Eigen vorkommt, aber durchaus zum Nachdenken anregt. Genau diese Meinung, so hab ich den Eindruck, spiegelt sich des Öfteren in seinen Tracks wieder. Mit Worten, die ich noch nie in meinem Leben gehört hab, mit düsteren Beats und dementsprechenden Melodien und einem chilligen Flow hebt er sich sehr von der Masse ab. Nun hat Steril One mit Jetzt Alt sein neues Album veröffentlicht, das Dritte nach Herzschlag und Art Brut. Lest in meiner Review, warum es dope geworden ist.

Samplelastige Beats mit Deepness Flava

Das Album beinhaltet 20 Tracks inklusive Intro und Outro. Von Anfang an hört man, in welche Richtung es geht. Samplelastige Beats mit teilweise Boombap Flava, meißt von Platten aus den 70er Jahren. Gesamplet wurden Jazz-, Soul-, aber auch Schlagermelodien. Das ganze hat einen sehr düsteren und deepen Vibe – perfekt zu dem Rapstyle von Steril. Wie er in der Podcast Session mit Taktiker, die er für THE MESSAGE führt, erzählt hat, orientiert sich der Sound ein wenig an Retrogrott und Eloquent. Persönlich feiert Steril die beiden sehr. Apropos Beats – SterilOne hat alle Beats selber produziert, bis auf den Titeltrack Jetzt Alt. Dieser wurde mit Flowerstbeats co-produziert. Ein paar Sekunden von dem Track und sofort hört man den typische Flowerst Sound, der ein geiles, smooves Trompetensample verwendet hat – einer meiner Fav-Tracks auf dem Album.

Deepe Texte Verschiedene Inhalte

Textlich bekommt man typische Steril One Kost. Deepe Texte über das Leben, meist mit Worten garniert, die man noch nicht so oft bis gar nicht gehört hat. Und genau das zeichnet ihn aus – eine Bereicherung im Wiener Hip Hop Underground. An manchen Stellen erinnert er mich ein wenig an die Texte von Hiob und Morlockk Dilemma, die ähnliche Wörter verwenden. Und Steril One ist einer der wenigen, die extrem nice über Beats flown. Noch dazu mit einer einzigartigen, chilligen Stimme – einfach fresh.
Die Inhalte sind sehr vielseitig. Im Track Diggenz zum Beispiel, wo auch Flowerst einen Part beigesteuert hat, geht es um das Diggen von Platten – auf der Suche nach dem perfekten Sample. Hier merkt man, dass zwei leidentschaftliche Beatbastler am Werk sind, die einen Track darüber machen – DOPE. In Nachts spittet Steril über ein paar Erlebnisse in der Boof und wie er Wien zu dieser Uhrzeit wahrnimmt. Der Beat hat ein nices Vocalsample, auch einer der Tracks, die mir sehr gefallen. In Stille wird erklärt, wie schwierig und kompliziert die Welt und die Menschen sind. Der Beat ist einer meiner Favourites, das Jazzsample perfekt gewählt.
Nur um einige Beispiele zu nennen.

Bekannte Features

Steril One hat sich natürlich auch ein paar Featuregäste ins Boot geholt, die das Album zu einem runden Ding machen. Neben dem angesprochenen Flowerst sind auch noch Der Wolf, Dagoth, dermog, slimsim aus der Schweiz und Smally zu hören. Zudem konnte er den bekannten, österreichischen Rapper DemoLux für sich gewinnen, der einen fetten Part im Track R.A.W. gedropt hat. Zudem hat DJ Burnee die Cuts beigesteuert. Die restlichen Cuts kommen von DJ FunkyP.
Alle Features harmonieren perfekt mit Steril. Kein Wunder, denn er sucht sich seine Gäste sehr sorgfältig aus. Wenn es nämlich menschlich nicht passt, kann er sich keine Zusammenarbeit vorstellen und das find ich persönlich einen guter Ansatz.

Meine TOP 3

Ab sofort werde ich bei jeder Review meine persönliche TOP 3 präsentieren. Im Falle von Jetzt Alt war es schwer, eine Auswahl zu treffen, denn für mich sind durchgehend alle Tracks dope. Ich habe trotzdem eine freshe Auswahl gefunden:

1-) Ex-equo Diggenz feat Flowerst und Stille
2-) Nachts
3-) Der Titeltrack Jetzt Alt

Fazit

Ein sehr dopes Album, dass Steril One released hat. Samplelastige Beats, von denen ich ja ein Fan bin und abwechslungsreiche Themen machen das Album zu einer runden Sache. Steril hat wie immer sehr viel Zeit investiert und mit Liebe und Leidenschaft an den Tracks gearbeitet, was in jeder Sekunde zu hören ist. Man kann sich das Album ohne Skippen durch hören und erfreut sich somit an einem coolen, deepen Sound. Der chillige Flow von Steril ist zudem die Sahne auf dem Schokokuchen. Ein absolutes Muss für jeden Hip Hop Fan, speziell aus Österreich.
Ich vergebe 5 von 5 Mikrofone

Links

Natürlich wollt ihr wissen, wo ihr das Album anhören könnt. Am besten auf der Bandcamp Seite von Steril:
http://sterilone.bandcamp.com/album/jetzt-alt

Eine Riesenbitte: Liked seine Facebookseite. Dann seid ihr auch in seinem Verteiler drinnen und bleibt Up 2 Date. Zudem könnt ihr ihn kontaktieren, wenn ihr das Album auf CD haben wollt. Es wird eine limitierte Auflage gepresst.
https://www.facebook.com/pages/Sterilone/100685560029898?fref=ts

Vor kurzem hat Steril One ein Podcast Interview mit THE MESSAGE gegeben. Das Interview führte Taktiker, Betreiber des HipHop Blogs Mics und Beats. Hier der Link:
http://micsundbeats.de/blog/category/austria/

euer plappergott

Der Maschinist

Original Titel: The Machinist

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Inhalt

Trevor Reznick (Christian Bale) ist fast bis auf das Skelett abgemagert und leidet seit einem Jahr an Schlaflosigkeit. Zudem ist seine geistige Verfassung von Tag zu Tag am verfallen. Er pflegt nur zu zwei Personen intensiveren Kontakt. Zu der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) und zu der Kellnerin Marie (Aitana Sánchez-Gijón). Auch in der Fabrik, wo er als Maschinist tätig ist, hat er sehr wenige Freunde.

Als eines Tages Trevor einen Arbeitsunfall verschuldet, in dem ein Kollege seinen linken Arm verliert, steigt das Misstrauen gegenüber seinem Umfeld. Zudem wird er von Tag zu Tag paranoider, als er mysteriöse Zeichnungen in seinem Appartement findet und plötzlich ein neuer Arbeitskollege aufkreuzt, denn es anscheinend gar nicht gibt. Trevor entschließt sich, die Wahrheit heraus zu finden.

Wer ist teil dieser Verschwörung? Wer ist der mysteriöse Kollege, der Trevor in den Wahnsinn treibt? Oder ist es wirklich nur seine Müdigkeit, die ihm seinen Verstand raubt? Fragen über Fragen und Trevor ist wild entschlossen, das Rätsel zu lösen.

Meinung

Christian Bale in Hochform – er verkörpert die Figur Trevor Reznick sehr glaubwürdig. Für die Rolle hat er 30 Kilo abgenomen, damals im Jahr 2004 als der Film in die Kinos kam. Sensationelle schauspielerische Leistung, muss ich schon sagen. Die Leistung von Bale ist so gewaltig, dass die anderen Figuren zu Nebendarstellern werden. Und auch wenn z.B. die Rolle der Prostituierten Stevie eine wichtige ist, wirkt die Performance der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh nur Durchschnitt.

Die Handlung ist sehr gut gestaltet, stets versucht der Regisseur die Spannung hoch zu halten. Die Schnitte zwischen den Warnehmungen von Bale’s Charakter sind sehr gut geworden. Nie wusste man während des Filmes, ist das jetzt real oder denkt der Charakter, dass es so ist, aber in Wirklichkeit geschehen diese Wahrnehmungen nur in seinem Kopf.
Erst am Schluss wird alles aufgelöst und dann folgt die Bestätigung, was man während des Filmes vermutet, aber nicht zu 100 Prozent sagen kann. Man hofft ja doch in irgendeiner Form, dass er Opfer einer Verschwörung ist und er dass alles aufklären kann.

Anfangs war ich noch skeptisch, ob mir der Film überhaupt gefallen würde, doch am Ende war ich froh ihn gesehen zu haben. Die düstere Stimmung passte hervorragend und ansonsten ist alles gut eingefangen worden. Ein starker Bale und eine interessante Story, die spannend erzählt wird, machen dem Film zu einem „Must See“
Ich vergebe 8/10 Punkten

Cast

Christian Bale Trevor Reznik
Jennifer Jason Leigh Stevie
Aitana Sánchez-Gijón Marie
John Sharian Ivan
Michael Ironside Miller
Craig Stevenson Tucker
Matthew Romero Moore Nicholas
James DePaul Reynolds
Anna Massey Mrs. Shike

LIQUID – La Le Lu

Eine Hommage an legendäre HipHop Alben Cover

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Schon im April wurde der Track released und irgendwie hab ich das nur am Rande mitbekommen. Vor kurzem hat der Regensburger Rapper Liquid ein Snippet zu seinem kommenden Album veröffentlicht und da ist mir wieder eingefallen, dass er ein neues Video hatte. Dass es dann vom April ist, hätte ich nicht gedacht – aber es ist nie zu spät über dope Tracks zu schreiben.

Liquid ist neben BBOU der zweite, bekanntest MC aus Bayern, der so rappt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist – auf bayrisch. Und das ist gut so, denn dadurch ist er einzigartig und hebt sich von der Masse ab. Es werden ihn nicht alle verstehen, aber das stört nicht, denn die Dopeness ist sehr wohl zu hören. Während BBOU der chilligere Rapper ist, pflegt Liquid den etwas schnelleren Rapstyle und ich feier diesen sehr. Eine echte Bereicherung für das Rapgame.

Ein Bild von seinem Style kann man sich im Track LA LE LU machen, ein Vorbote zu seinem neuen Album, welches den gleichen Titel trägt und am 12. 9.2014 erscheint. Neben dem typischen Style des Rappers und dem fetten, melodischen Beat fällt das einzigartige Video auf. Wer von HipHop eine Ahnung hat wird erkennen, dass Liquid hier legendäre Plattencover von US HipHop Acts nachstellt. Zum Beispiel von Redman’s Album Muddy Waters, welches ich ja auch als Foto am Beginn des Eintrages verwendet habe. Aber auch die Cover von Eminem, Outkast, Jazzmatazz und vielen mehr wird nachgestellt. Daher bekommt das Video von mir Extra-Props.

Schaut es euch an, es ist sehr dope geworden. Und der Track ist sowieso Bombe.

Da Liquid in ein paar Wochen sein neues Album veröffentlicht, könnt ihr euch hier gleich das Snippet anhören:

Liquid freut sich auch sicher über Neuzugänge auf seiner Facebook Seite:
https://www.facebook.com/dasistliquid?fref=ts

euer plappergott

ROYAL – Exit

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Bevor ich über dieses Album schreibe, erlaub ich mir kurz ein persönliches Statement. Denn es ist eine Tatsache, dass ich Royal schon länger kenne. Kennengelernt in einer Zeit, wo ich selber sehr viele Tracks recorded hab und Auftritte hatte. Sozusagen kenn ich ein paar Tracks aus seiner Anfangszeit und hab daher einen Vergleich zu dem Album EXIT, welches er am 1. August released hat. Ich hab ihn nach sehr langer Zeit wieder im B72 getroffen, wo der Kontakt wieder hergetellt wurde. Wir sprachen ein bisschen über die alten Zeiten und er erzählte mir von seinen Plänen, ein Album zu machen. Kurz vor Releasetermin schickte er mir ein Exemplar, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich es reviewn werde. Jetzt hab ich es mir angehört und möchte euch nun das Debüt-Album des Rappers aus Amstetten vorstellen.

Konzeptalbum statt Battlerap

Wer frühere Sachen von Royal kennt, weiß dass er damals einen Battletrack nach dem anderen rausgehaut hat und einen aggressiveren Rapstyle hatte. Vor 9 Jahren hat er begonnen zu rappen und damals war das sicher ein guter Weg, sich einen Namen zu machen. Jetzt fragt ihr euch sicher, warum es so lang gedauert hat, bis er ein Ablum released hat.
in einem Gespräch mit ihm erzählte er mir, dass er sich neu erfinden musste und daher zog er sich weitestgehend aus dem Business zurück. Im Untergrund hatte er Zeit, seinen Style zu entwickeln und zu einem Zeitpunkt wieder in die Öffentlichkeit zu gehen, bis das ganze zu 100% gereift ist. Diese Zeit ist jetzt, runderneuert und mit nur einem geringen Anteil an Battlereimen, kommt Royal mit einem Konzeptalbum an den Start, dass vielleicht nicht jeder gut findet, aber dennoch ein gutes Album ist.

Fokus auf die Lyrics

Schon beim Intro hört man, in welche Richtung das Album geht. Der Beat boomt ordentlich aus den Boxen und hat harte Drums und einen Synthieklang. Track Nummer zwei mit dem Titel Raus hier gibt die lyrische Richtung des Albums vor, beziehungsweise das Konzept. Es geht darum, auszubrechen um seine Grenzen zu suchen. Sowohl auf textlicher Ebene, als auch auf der Ebene des Geistes. Dieses Konzept zieht sich durch das ganze Album und ist wohl durchdacht. Man merkt, dass der Fokus eindeutig auf die Lyrics gelegt wurde. Diese sind sehr persönlich gestaltet, die aber jeder befolgen kann. An dieser Stelle eine Textteile aus dem Track Chill Mal:

„Ich hab meine Zeite verschwendet, mich strapaziert und geqäult, doch nur so sah ich am Ende, was mir wirklich fehlt.“

Mir gefällt diese Zeile sehr gut und beschreibt, welche Gedanken Royal in seiner Abwenseheit hatte und dass er jetzt sowohl seine musikalische, als auch seine private Ausgeglichenheit gefunden hat.

Verschiedene Themen

Obwohl es ein Konzeptalbum ist, sind die Themen doch im Detail verschieden.
In Leb den Shit rapt Royal über die gute Zeit die er hat, wenn er das Mic in der Hand hält.
Auf der Suche nach der Wahrheit kann oft die Ernüchterung kommen und ehe man dran ist, sie zu finden, steht dein Name auf einem Grabstein.
In Ab in die Freiheit steht der Kampf im Vordergrund. Egal, welchen Weg du gehst. Egal wer gegen diesen Weg ist. Sei Selbstbewusst, kämpfe und geh diesen Weg.
Und in 16inYaFace beweist Royal, dass er auch noch duie Battle Reime drauf hat.

Die Beats sind wie schon oben geschrieben großteils synthielastig, düstere Melodien und harte Drums, die das Feeling des Albums gut einfangen. Aber auch der eine oder andere smoove Beat ist am Start. Mir gefällt nicht jeder Beat, aber zu jedem einzelnen Track wurde vom Vibe her der passende Beat gewählt. Meine Favoriten auf diesem Album sind 16inYaFace Raus hier Wahrheit und der Titeltrack Exit

Fazit

Royal hat hier ein sehr gutes Debüt-Album released. Es ist ein Konzeptalbum und das hört man dem Album auch an. Wer sich drauf einlässt und damit rechnet, dass man es öfters anhören muss, bekommt ein gutes Album zu hören. Mit sehr ehrlichen und persönlichen Texten über das Leben, über das ausbrechen von bestimmten Lebenssituationen und ähnliches weiß Royal zu begeistern. Man hört es ihm an, dass er sehr viel Liebe und Zeit in die Lyrics gesteckt hat.
Daher, dass es ein Konzeptalbum ist, man es öfters anhören muss, um es gut zu finden und mir nicht alle Beats gefallen, vergebe ich 3 1/2 von 5 Mikrofone.

Ihr habt Interesse an dem Album aber seit euch noch unschlüssig? Hier das Snippet zu diesem Album. Hört rein und ihr bekommt einen kleinen Einblick in Sound und Text.

Gefällt euch das Snippet und ihr wollt euch das Album kaufen? Ihr könnt es euch auf http://www.exitmusic.at bestellen oder auf Amazon oder itunes. Royal würde sich auch über ein Like auf seiner Facebookseite freuen. Er gibt euch sicher auch weitere Infos, wie ihr zu dem Album kommt.
https://www.facebook.com/exitmusic.royal?fref=ts

euer plappergott

JUSE JU – Übertreib nicht deine Rolle feat. Fatoni & Edgar Wasser

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Juse Ju ist vielleicht nicht jedem Rap Head ein Begriff. Bekannt ist er aus dem Fatoni-Umfeld, mit dem er unter anderem den Track Vorurteile aufgenommen hat. Dieser Track ist auf der EP die Zeit heilt alle Hypes von Fatoni zu finden, welche man sich gratis runter laden kann. Die Styles der beiden sind ähnlich, ironischer Rap mit Intellekt. Wobei ist der Meinung bin, dass Juse Ju etwas flüssiger rapt.

Fatoni ist neben Edgar Wasser Featuregast auf dem Song. Ein Bombentrack, was vor allem an dem Beat von Bluestaeb liegt – ein Boombap-Brett. Reimtechnisch bekommt man das, was man von den drei Rappern erwartet. 100% Ironie auf Beats und das ist in diesem Fall perfekt. Den Inhalt interpretiere ich so, dass es zwar durchaus mal angebracht ist, in eine Rolle zu schlüpfen, man sollte es aber ja nicht übertreiben.

Der Track ist übrigens auf dem gleichnamigen Album Übertreib nicht deine Rolle zu finden, es ist das zweite Solo-Album vin Juse Ju, welches man sich hier gratis runterladen kann:
http://meinrap.de/2014/05/19/juse-ju-ubertreib-nicht-deine-rolle-download/
Auch das habe ich geplant, zu reviewn. Bis dahin könnt ihr euch den Track mit Fatoni und Edgar Wasser anhören

euer plappergott

WELL$ – Savoir Faire

Charlotte am Weg auf die HipHop Landkarte

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Bis vor Kurzem habe ich selber noch nichts von Well$ gehört, bis ich in der aktuellen JUICE einen Artikel über ihn gelesen habe. Ein 19-jähriges, aufstrebendes Raptalent, das drauf und dran ist, im Hip Hop Game Fuß zu fassen. Mit einer ganz klaren Linie: Rap mit Inhalt.

Die Heimat von Well$ ist nicht etwa das Rap Mekka New York oder Los Angeles, sondern Charlotte in North Carolina. Eine Stadt, die mehr durch Basketball bekannt ist als mit Rap. Doch das könnte sich bald ändern, denn Well$ ist dabei, Charlotte auf die HipHop Landkarte zu setzen.

Wie zum Beispiel der Track Savoir-Faire beweist, den der Rapper schon im Februar released hat. Es fällt sofort auf, dass eine etwas ältere Person neben Well$ sitzt und gechillt mit dem Kopf zum Beat nickt während er lässig seinen Arm um ihr legt und seinen Part spittet. Diese coole Dame ist seine Oma und es zeigt, wie wichtig ihm Familie ist. Ein weiteres Statement von ihm ist, dass, egal ob man in der gefährlichsten Hood aufwächst oder reiche Eltern hat, jeder selbst sein Leben in der Hand hat. Ein jeder ist selbst für sich verantwortlich, was er aus seinem Leben macht. Eine Top Einstellung des jungen MC.

Schaut euch das Video mal an, um euch von dem Talent von Well$ zu überzeugen. Der dopee Beat ist sehr dirty vom Klang her und passt perfekt zum Rapstyle des Charlotter MC’s. In diesem Sinne – Welcome Charlotte on the HipHop Map

euer plappergott

APOLLO BROWN – Thirty Eight

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Über Apollo Brown braucht man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Jeder, der nur annähernd mit Hip Hop zu tun hat, ist in irgendeiner Form auf den Producer aus Detroit gestoßen. Sein Sound ist unverwechselbar und für mich ist er einer der besten HipHop Produzenten aus den Staaten. Egal welche Beats er bastelt, welche Drums und Samples er verwendet, es hat Hand und Fuß. Nach schlechten Beats zu suchen ist wie wenn man versucht, eine Nadel im Heuhaufen zu finden.

Perfekt gechoppte Samples, zumeist harte Drums und in fast all seinen Beats Vocal-Samples – das ist der klassische Apollo-Sound. Diesen Sound kann man unter anderem auf Alben wie Trophies mit OC, Dice Game mit Guilty Simpson oder das Ugly Heroes Projekt mit Verbal Kent und Red Pill hören – nur um einige Beispiele zu nennen. Noch einen Satz zu seinen Vocal-Samples: Meiner Meinung nach verwendet keiner so dopee wie Apollo Brown.
Seit Ende April ist nun Thirty Eigh auf dem Markt, das dritte Instrumental-Album nach Clouds und Skilled Trade. Und da es nie zu spät ist, dope Platten zu reviewn, habe ich endlich Zeit gefunden, einen Blog Eintrag darüber zu schreiben.

Für Sample-Gourmets

Thirty Eight beinhaltet 20 Instrumentals und ist vor allem für Sample-Gourmets wie mich ein absoluter Hörgenuss. Apollo hat einfach ein Gespühr, wie er die Samples schneidet und setzt. Er verwendet dabei Soulige und Jazzige aus den 70ies und 80ies. Schon beim zweiten Track namens Cellophane hört man den typischen Apollo-Sound und mit welcher Hingabe und Detailarbeit er die Beats schraubt. Natürlich dürfen auch die Instrumentals mit den dopen Vocal-Samples nicht fehlen. Never Disappear, All you know, A Wise Man s Woman mit den perfekten Roller-Drums und The Answer sind da meine Favoriten, auch was das Grund-Sample betrifft. All you know hat zum Beispiel wunderschöne Klavierklänge.

Mein absoluter Top Favorit ist aber The Warning. Smoove Drums und zwei geile Trompeten-Samples sind der Hauptgrund dafür. Vor allem, weil ich ein Riesenfan von Trompetenmelodien in HopHop Beats bin. Dieser Beat sticht für mich aus den anderen coolen Beats auf dieser Instrumental LP heraus.

Fazit

Apollo Brown hat mit Thirty Eight ein weiteres dopes Produkt released. Klassicher Apollo-Sound, nicee Vocal-Samples und Melodien, die dir einen Ohrgasmus verpassen. Die Drums sind, wie ich finde, etwas smoover als gewohnt, passen aber perfekt ins Gesamtbild. Nur an ein, zwei Stellen musste ich skippen, fällt aber unter „Meckern auf hohem Niveau“. Wer es noch nicht hat, unbdingt auscheckn. Ein Muss für jeden HipHop Fan.

Ich vergebe 5 von 5 Plattentellern

Hier noch ein paar Hörproben:

das gesamte Album kann man hier durchhören: http://mellomusicgroup.bandcamp.com/album/thirty-eight

Mein Top Favorit The Warning

The Answer

euer plapeprgott